Der
Aufstand in Erzurum begann am 20. Juni 1890. Der derzeitige
Gouverneur Samih Pascha und einige andere Zuständige
stellten fest, dass die Armenier aus Russland Waffen und Munitionen
gebracht und sie in der Schule Sanasaryan und in verschiedenen
Kirchen versteckt haben. Die Sicherheitskräfte versuchten
im Juli die Kirche zu durchsuchen. Doch waren die Armenier
darauf schon vorbereitet, da sie von der geplanten Durchsuchung
gehört hatten. Mit dem ersten Befehl erschossen die Armenier
einen Offizier und zwei Soldaten. Bei der Operation kam auch
ein Polizist ums Leben. Erst danach konnte die Kirche durchsucht
werden.
Ein
armenischer Augenzeuge betonte in seinem, anlässlich
des Jahrestages des Vorfalls von Erzurum in den USA von Armeniern
herausgegeben Zeitung Hayrenik im Jahr 1927 erschienen Artikel
folgendes:
"Der
Gründer der Sanasaryan Schule ist 1890 gestorben. Hinter
ihm wurden Gottesdienste veranstaltet und getrauert. Die Regierung
wurde darüber informiert, dass sich in der Schule eine
Waffenwerkstatt befand. Man glaubte, dass armenische katholische
Priester die Regierung darüber unterrichtet hatten. Vor
der Durchsuchung meldete Bogos, dass die Schule in zwei Stunden
durchsucht wird. Sofort wurden Bücher über die nationale
Geschichte, Hefte und alles, was beim ersten Anblick auffallen
konnte, versteckt. Die Durchsuchung ergab nichts. Die Armenier
schrien, dass der Eintritt der Türken in die Kirche,
die Kirche beschmutze. Danach begannen die Männer von
Gergesyan, der von der Vertretung des Daschnaksutyun Komitees
in Erzurum getötet wurde und zu den gründenden Urmitgliedern
des sogenannten Vereins der Verteidigenden Bürger gehörte,
das Volk aufzuhetzen. Läden wurden geschlossen, Gottesdienste
verboten, die Glocken läuteten nicht mehr. Die Armenier
waren Herr der Lage. Die Aufständischen machten aus dieser
Gelegenheit Gebrauch und schrien, "die Armenier sind
seit drei Tagen frei, wir werden diese Freiheit mit den Waffen
schützen". Sie forderten Steuererleichterungen von
der Regierung, die Aufhebung des Betrags gegen den Wehrdienst,
die Niederbrennung der nicht mehr heiligen Kirche und deren
Neuerrichtung und die Umsetzung des Artikels 61.
Die
Armenier verbrachten drei bis vier Tage auf dem Friedhof,
in der Kirche und auf dem Schulhof. Armenische Intellektuelle,
welche die Gruppe aufzulösen versuchte, wurden geprügelt.
Die Warnung der Regierung wurde nicht beachtet. Die Aufständischen
ermutigten das Volk. Als der Bruder von Gergesyan zwei Soldaten
erschoss, kam es zu einem zweistündigen Schusswechsel.
Am nächsten Tag reisten Konsule durch die Stadt. Aus
beiden Seiten gab es mehr als 100 Tote und 200 bis 300 Verletzte.
Der
russische Konsul Tevet, besuchte den Gouverneur und sagte
zu ihm: "Eine solche aufständische Rasse, hätte
man auch in Russland getötet." Gegenüber der
armenischen Gemeinde betonte jedoch der russische Konsul,
"Das armenische Volk hat es nicht verdient, unter der
Herrschaft einer grausamen Regierung wie in der Türkei
zu leben."