Einer
der wichtigsten Vorfälle, die die Armenier als Porpagandamittel
verwendet haben, war zweifellos die Kumkapi- Demonstration.
Die Hintschaks meinten, dass sie diese Demonstration, ohne
Waffen nur für Gerechtigkeit durchgeführt haben,
wobei H. Canyülgan, der Führer dieser Bewegung,
diesen Vorgang folgendermaßen schilderte:
"Hätte
man in Istanbul nicht gegen den Musa Bey und Erzurum Vorfall
reagiert, dann hätten die Armenier sich vergessen gefühlt.
Aus diesem Grund war eine Gegenbewegung erforderlich. Die
in Anatolien zu begangene Morde würden Europa nicht interessieren.
So ist es erforderlich, vor den Augen der Botschafter eine
Demonstration zu veranstalten, die die Aufmerksamkeit Europas
wecken sollte.
Hätte
sich für die armenische Aufregung nur Armenien interessiert,
so würde dies Russland auffallen. Russland würde
dann eines Tages Armenien erobern. Und falls die Bewegung
in den anderen Provinzen und vor allem in den Stadtzentren
durchgeführt werden würde, dann würde dies
auch die Aufmerksamkeit der anderen Länder wecken.
Ein
Volk, dass zusammen mit anderen Völkern im Vaterland
verteilt lebt würde nur die im Vaterland durchzuführenden
Bewegungen zum Misserfolg führen. Aus diesem Grund mussten
die Armenier-Bewegungen außerhalb der Grenzen Armeniens
durchgeführt werden. Istanbul war ein geeignetes Zentrum
dafür. In Istanbul lebten 200.000 Armenier.
Die
Quelle des Problems befand sich in Istanbul. So mussten die
Bewegungen vor "den Augen" des Palastes stattfinden.
Als
unter dem Volk, dass seit 500 - 600 Jahren unter Gefangenschaft
lebt, der Wunsch nach einem Aufstand erwachte, mussten die
Aufständischen diese Situation nutzen und diese Gesinnung
stabilisieren und verbreiten. Die Verbreitung des Gedanken
über einen Aufstand unter der Bevölkerung zählte
zu den Zielen der aufständischen Armenier."
Die
Komiteevorsitzenden versammelten sich vor den Kumkapi- Vorfällen
in der Wohnung des Russen Megavoryan, die in der Nebenstraße
von Beyoglu lag. In geheimer Abstimmung wurden zwei Personen
gewählt, die, die für den 15. Juli geplante Demonstration
leiten sollten. Cangülyan sollte den Patriarchen zum
Palast bringen, und Murad übernahm die Verantwortung
die Deklaration vorzulesen.
Am
Tag des Vorfalles wurden die Telegrammleitungen der in europäischem
Teil Istanbuls unterbrochen und die Hintschaks versammelten
sich in der Kirche. Die Deklaration wurde per Handschrift
kopiert und an das Volk verteilt. Zeitgleich las Cangülyan
die Deklaration vor. Der Patriarch Asikyan, der den Gottesdienst
führte, flüchtete in das Patriarchat und wollte
nicht zusammen mit den Aufständischen zum Palast zu gehen.
Die Hintschaks besetzten das Patriarchat, es wurde geschossen,
und sie zerstörten die Fenster und Decken des Gebäudes.
Schließlich
wurde der Patriarch Asikyan mit Gewalt in einem Wagen gesetzt
und in zum Palast gefahren. Das versammelte Volk und die Aufständischen
riefen "Es lebe das Hintschak Komitee, es lebe das armenische
Volk, es lebe die Freiheit!" Doch Dacad und Mampra Vertabetler
hatten die Regierung über die Vorfälle unterrichtet
und das Fahrzeug, in dem sich auch der Patriarch Asikyan befand,
wurde seitens der Militärkräfte angehalten. Daraufhin
schossen die Aufständischen auf die Soldaten. Cangülyan
berichtet über diesen Vorfall wie folgend:
"Unsere
Seite schoss, wie wild auf die Soldaten zu, und die Soldaten
versuchten, die auf sie schießende Männer zu verhaften.
6-7 Soldaten fielen schwer verletzt zum Boden. 10 Soldaten
waren nur leicht verletzt. Zwei von uns kamen ums Leben."
Der
von den Hintschaks "unbewaffnete Demonstration"
sogenannte Kumkapi- Vorfall endete auf diese Weise.