DIE ENTSTEHUNG DES KONFLIKTS - FORSNET
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  24 APRIL 1915
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   TASCHNAK

Das Taschnack-Komitee, das auch "Armenisch Revolutionäre Föderation" genannt wird, hat wichtige Rollen beim Aufkommen der Armenier-Frage gespielt. Die Aktivitäten des Komitees wurden, nachdem die Kommunisten "dier armenische Republik" eroberten, in den USA, Libanon, Iran, Frankreich und Griechenland als Partei im Exil fortgesetzt. Das Taschnak-Komitee, das verschiedene Aktivitäten auch in der Gegenwart fortsetzt, besteht aus unterschiedlichen Terroreinheiten und Gruppen.

1.Organisationsstruktur

a. Das Büro ist das höchste Organ der Organisation. Die Verwaltung der Organisation wird gemäß der Beschlüsse bzw. Anweisungen des "Büros" geleitet. Das wird von einer kollektiven Führergruppe verwaltet. Das Büro besteht aus jeweils einem Mitglied aus Kalifornien, Frankreich und dem Iran und jeweils 5 Mitgliedern aus dem Libonen. Die Mitglieder bestimmen untereinander einen Vorgesetzten. Bis zum Bürgerkrieg in Libonan befand sich das Büro in Libanon. Nachdem Bürgerkrieg wechselte das Büro der Reihe nach in die USA, nach Griechenland und Frankreich. Man vermutet, dass das heutige Büro seine Handlungen aus den USA aus verwaltet. Die Mitglieder, Beschlüsse, sowie die Verwaltungsgrundlagen des "Büros" sind geheim. Es ist bekannt, dass der im Iran geborene und in Griechenland lebender Hrair Marukijan den Vorsitz des Büros bis 1985 geführt hat.

b. Zentralkomitee - Es ist das oberste Verwaltungsorgan der Organisation und stellt die Verbindung zwischen dem Büro und den lokalen Gruppen, sowie den Organisationen dar. Das Zentralkomitee wird in Gebieten gegründet, auf dem die armenische Bevölkerung zahlreich vorhanden ist. Obwohl es in Libanon und Frankreich je ein "Zentralkomitee" vorhanden ist, gibt es in den Vereinigten Staaten zwei "Zentralkomitees" und zwar das "Zentralkomitee der östlichen Gebiete" und das "Zentralkomitee der westlichen Gebiete". An der untersten Stelle dieser Struktur, die einer Pyramide gleicht, befinden sich die lokalen Organisationen und Organe. Diese Oranisationen und Organe werden nach verschiedenen "armenischen Themen" genannt. Die wichtigsten unter diesen sind der "Armenisches Jugendbund", "Jugendorganisation", "Pfadfinderorganisation der Schüler und Schülerinnen" und "Sport- und Kulturorganisationen".

c. Das Zentralkomitee bzw. die Zentralkomitees haben auch Propaganda- und Presseeinheiten, Komitees für juristische Angelegenheiten, für das Finanzwesen und für das Militär sowie ein "Überwachungskomitee für die armenische Imigration". Diese sind viel mehr Dienstleistungen im Bereich der Auskunft und Technik. Der Titel "Armenische Revolutionäre Föderation" wurde zum Verbreiten der Propaganda, sowie zum Verhindern von Reaktionen unter der westlichen Öffentlichkeit geändert und nahm den Namen "armenisches Nationalkomitee" an, dass die politischen Handlungen für Taschnak führt. In verschiedenen Propagandaaktivitäten werden beide Namen genutzt, als ob sie zwei verschiedene Organisationen seien.

2. Das Vorhaben und Ziele

Die Organisation Taschnak hat das Ziel, ein nichtkommunistisches Armenien zu gründen und Entschädigung für die Behauptungen nach türkischen Verbrechen an Armeniern zu erhalten. In den Presseorganen der Taschnacks werden diese Ziele wie folgend dargelegt: "Wir werden weiterhin auf den Friedensvertrag von Sevrès beharren. Dieses Abkommen ist ein Meilenstein unseres Kampfes... "

Das endgültige Ziel der Taschnak kann man mit dem "Vier-T-Plan" zusammenfassen: Bekantmachung der Behauptungen nach einem Völkermord anhand von terroristischen Methoden, die Anerkennung dieser Behauptungen durch die Türkei, Entschädigungszahlungen seitens der Türkei und letztlich die Rückgabe, der den Behauptungen nach von der Türkei besetzten armenischen Gebiete.

3. Die Strategien, Vorgehen und Handlungen

Zwar stellt die Organisation Taschnak ihre Strategie in der Form von "Verwirklichung der Ziele auf den friedlichen Wege" dar, doch ihre Aktivitäten der vergangenen Jahre zeigen, dass die Taschnak wie eine Terrororganisation gehandelt hat.

Die Terrororganisation "Gerechtigskeitskommandos des armenischen Genozids" wurde von der Taschnak gegründet. Der Name dieser Organisation wurde später als "Armenische Revolutionsarmee" geändert. Alle Verbrechen und Bombenanschläge dieser Organisation wurden von der Taschnak geplant. Doch die Terrororganisation der Taschnak unterscheidet sich von der ASALA in einem Punkt. Die ASALA macht bei ihren Anschlägen keine Unterschiede zwischen Türken und anderen Staatsangehörigen. Die Terrorgruppen, die nach den Anweisungen der Taschnaken handeln, verfolgen nur ein Ziel, nämlich Türken bzw. türkische Botschafter.

Nach dem Mord an den türkischen Generalkonsul in Los Angeles im Jahre 1982 erklärte die Terrorarganisation "Gerechtigkeitskommandos", ihr einziges Ziel seien die türkischen Diplomaten und türkische Institutionen. Die ist der beste Beweis dafür, dass diese Terrorgruppe eine Untergruppe der Organisation Taschnak ist. Die gleiche Erklärung wurde auch infolge des Angriffs der "Armenischen Revolutiosarmee" auf den türkischen Botschafter in Lissabon wiederholt.

Die Taschnaks haben sich im XIX. und XX. Jahrhundert mehr nach dem Westen gerichtet und versuchen die Öffentlichkeit im Westen zu beeinflussen. Die Organisation Hindschak richtete sich mehr nach Russland.

Die Strategie der armenischen Terrororganisation wurde infolge der Angriffe auf die türkischen Botschafter folgenderweise dargestellt:

"Es gibt zwei Phasen um das endgültige Ziel dieser Befreiungsbewegung zu erlangen. Die erste Phase ist die Gewährleistung der Unterstützungspunkte. Dies wird "inländische Propaganda" genannt. Die zweite ist die Bekanntmachung im Ausland, d.h. die Sympathie der Welt auf sich zu lenken. Zumindest muss man sich darum bemühen, das Interesse der Weltöfffentlichkeit auf sich zu ziehen. Dies hingegen bedeutet mit anderen Worten " es ist Zeit für die Demonstrationen..."

Die Eigenschaften der Taschnaks werden von Varanchijan, dem Historiker der Partei Taschnak, mit folgenden Erklärungen dargestellt:

"Vielleicht hat keine andere revolutionäre Partei -nicht einmal die russische Nazodovoletz und italienische Carbonaries, die sehr viele Erfahrungen in terroristischen Aktionen hatten und die vor nichts zurückhielten- solche respektlose Terroristen, wie die Taschnak ausgebildet. Hunderte von bewaffneten Kämpfern waren mit Bomben und Handscharen ausgerüstet und wurden für die Rache ausgebildet..."

4. Die Kongresse in Wien und München

Während des 22. Kongress der Partei Taschnak, der am 27. Dezember 1981 in Wien veranstaltet wurde, sind folgende Beschlüsse gefasst worden:

· Das Ziel der Partei ist die Gründung eines vereinigten und freien Armeniens.
· Andere armenische Organisationen sind durch die Vermittlung von politischen Komitees und der Ausübung von Druck auf die Seite der Taschnak zu lenken.
· Mit den westlichen Ländern sind engere Beziehungen zu knüpfen.
· Mit sowjetischen Armeniern sind Kontakte aufzubauen. Die armenische Umsiedlung muss gestoppt werden.

An dem Kongress in München im Jahre 1984 nahmen aus 15 Ländern Parteivertreter teil und fassten folgende Beschlüsse:

· Um den armenischen Kampf bekanntzumachen, müssen neue Kampagnen gestartet werden.
· Es müssen verschieden friedliche und legale Wege eingeleitet werden, um eine politische Lösung für den armenischen Kampf zu finden. Zum Beispiel müssen im US-Kongress und der UN-Menschenrechtskomission Kontakte zu diesem Thema aufgenommen werden, damit der angebliche Völkermord an Armeniern anerkannt wird.

Im Anschluss an den Kongress hieß es in der veröffentlichten Dekleration wie folgend:

"Die Rechte der armenischen Völker müssen mit der Anerkennung des armenischen Völkermordes von Seiten der Türkei gewährleistet werden. Wir werden uns weiterhin für eine Entschädigung der menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Verluste und für die erneute Gründung des tausendjährigen armenischen Vaterlandes einsetzen..."

Die Beschlüsse beider Kongresse sind hinsichtlich der Festlegung der Themen, die als Propagandamittel der Taschnak genutzt werden, von Bedeutung.

5.Die Unterstützungen und Beziehungen

Die Taschnak wird viel mehr von den USA und europäischen Staaten unterstützt. Ihre Beziehungen bassieren möglichst auf keiner Kontakaufnahme zu den anderen Terrororganisationen. Sie hat zu den verschiedenen Organisationen der genannten Staaten Beziehungen. Ihre hauptsächlichen Unterstützungsquellen sind die Kirchen und der Kirchenbund sowie die "armenischen Lobies" und "Die Forschungszentrale".

6.Die politischen Entwicklungen

Bis zu den 70'er Jahren wurden die Politiken der armenischen Taschnak-Terrororganisation von der Gründung und Unabhängigkeitserlangung der sowjetischen Armenier fetsgelegt. Aus diesem Grund wurden die Feindseligkeiten gegenüber der Sowjetunion vorrangiger. Gegen diejenigen, die sich für die sowjetischen Armenier einsetzten und diese verteidigten, wurden ein grausamer Kampf eingleitet. Der Grund für den Mord an dem Erzbischof der armenischen Cross-Kirsche in New- York während einer Weihnachtspredigt von seiten eines Taschnak-Rebellen, war seine Zustimmung für die Lage im sowjetischen Armenien.

Mit der Auflösung der führenden Ämter und Stellen in der armenischen Republik nach 1970 auf Grund von Tote und anderen Ursachen führte, dass zu bedeutenden Veränderungen in der Politik der Taschnak. Sie richtete sich nur noch gegen die Türkei und Türken. Im Jahre 1972 wurde die von der Taschnak gegründete und organisierte Terrorgruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" eingesetzt. Die Zeitung Aztag Schapatorjag, das Propagandaorgan der Taschnak, gab mit der Aussage "der letzte Weg und Ausgangspunkt der zeitgenössischen Befreiungskämpfe ist der Terrorismus" die Methode der neuen Periode bekannt.

Doch der Anschlag auf dem türkischen Botschafter in Lissabon brachte der Taschnak kein Ansehen. Obwohl nach diesem Anschlag der Name der Gruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" als "Armenische Revolutionsarmee" geändert wurde, wurde diese Namensänderung kein Retter für die Taschnak. Der Taschnak-Attentäter Susanjan wurde im Jahre 1984 festgenommen und verurteilt. Vor allem dieses Ereigniss beeinträchtigte die Politik der Organisation Taschnak. Während dieser Periode verlor die Taschnak die Unterstützung der amerikanischstämmigen Armenier. Die Zeitung "Armenien Reporter" berichtete in ihrem Artikel, dass die Tschnak-Partei von Armenier aus dem Libanon und dem Ausland geführt werde und hilflos gegenüber der Mehrheit sei, die den Terrorismus nicht unterstütze.

Der terroristische Flügel wurde geschwächt und es kam zu Konflikten unter den Taschnakmitgliedern, vor allem unter den Verwaltern und Vorsitzenden der "Büros" und "Zentralkomitees". Die Leitung der Organisation hat sich in zwei Gruppen geteilt. Die mächtigen Männer des "Büros", die Vertreter des Zentralkomitees im Libanon sowie die Vorgesetzten wurden in Libanon ermordet oder vermisst. Ende 1985 war keine Rede mehr über eine Einheit in der Taschnak.

Zwei Faktoren spielten eine wesentlich große Rolle an der angelangten Situation der Taschnak. Der erste Faktor ist die Veröffentlichung der Beziehungen zwischen den Taschnak-Verwaltern und den Geheimdiensten einiger Staaten. Dadurch stellte sich heraus, dass diese Geheimdienste die armenischen Kirchen aus einer Zentrale aus leiten wollten. Der zweite Faktor ist der Kampf zwischen der ASALA und Taschnak. Die ASALA-Verwalter verwendete für die Taschnak die Aussage: "Parasiten, die das Blut der Armeiner aussaugen und ihr Leben auslöschen".

7. Die Presseorgane

Die Organisation Taschnak wurde durch die armenischen Komitees und Terrororganisationen, die im Bereich der Propaganda sehr viele Erfahrungen hatten, unterstützt. Durch Kommunikationsmittel, wie die periodisch bzw. nichtperiodesich erscheinenden Zeitschriften, bestochene Radiosendungen, private Radios, Fernseh und Videofilme etc. erhielten sie die Möglichkeit, ihr Ziele, Bewegung und Politik der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Sehr viele Staaten haben diesbezüglich der Organisation Taschnak unterstützt und der Oraganisation ihr Interesse entgegenbracht.

Die wichtigsten Presseorgane der Taschnak in den USA waren "Hayrenik" und "Asbarez", sowie die in englisch veröffentlichte "Armenian Weekly".

Obwohl die Anzahl der Mitglieder dieser Organisation begrenzt ist, ist es von Bedeutung, dass sie in Städten wie z.B. Paris, Bukarest, Erivan und München 22 Weltkonferenzen veranstaltet haben, die der Propagande zur der Verbreitung der Organisation dienten.

QUELLE:
Uras, Esat: Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Belee Yayýnlari, Istanbul, 1987, S.432-442.

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