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  24 APRIL 1915
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PERSÖHNLICHE GEGENSTANDE DER UMGESIEDELTEN ARMENIER

Mit einem Befehl vom 10. Juni 1915 wurde das Besitztum der umgesiedelten Armenier unter Schutz genommen. Gemäß Befehl wurde beschlossen, dass die Güter, Tiere und die Betriebe der Armenier durch Kommissionen versteigert und der Ertrag an die Besitzer zurückgegeben werden.

Bei der Ausführung dieses Befehls der Osmanischen Regierung wurde große Sorgfalt gezeigt. Die Güter wurden von den Kommissionen für zurückgelassene Mobiliare und Immobilien durch Versteigerung verkauft und das Geld wurde an die Besitzer gezahlt. (1) Als einige Gerüchte auftraten, verbot die Regierung mit einem Schreiben vom 3. August 1915, das an alle Provinzen, Verwaltungen und an die betreffende Kommission geschickt wurde, dass Regierungsbeamten versteigerte Waren kauften. (2) Später wurde dieses Verbot in einigen Provinzen aufgehoben, mit der Bedingung, dass die Beamten Bargeld und den eigentlichen Wert der Ware zahlten. (3)

Die Regierung fasste jegliche Maßnahmen gegen Korruption. In einem Telegramm wurde die Kommission für zurückgelassene Güter in Sivas aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um Missbrauch zu verhindern. (4) Am selben Tag wurde an alle Verwaltung ein Befehl geschickt, der die betreffenden Maßnahmen und Regelungen umfasste. (5)

Dem Befehl nach, "dürfen keine verdächtigen Personen in die geräumten Orte zugelassen werden. Falls einige Personen billige Waren gekauft haben sollten, wird die Versteigerung für ungültig erklärt und der eigentliche Wert der Ware gefordert. Die umzusiedelnden Armenier dürfen ihre beliebigen Güter mitnehmen. Die unerhaltbaren Güter, die die Armenier nicht mitnehmen können, werden zwangsmäßig verkauft. Aber erhaltbare Güter werden aufbewahrt. Bei der Vermietung oder beim Verkauf der Immobilien wird die Beziehung zu den Besitzern erhalten. Falls seit Beginn der Umsiedlung Durchführungen im Gegensatz davon unternommen worden sind, gelten sie als ungültig. Ein Streit über diese Güter wird nicht zugelassen. Die Armenier dürfen ihre Güter an eine beliebige Person verkaufen, ausgeschlossen der Ausländer." (6)

Diese Regelungen wurden streng eingehalten. Zudem wurden die Kunst- und Handelsunternehmen der Armenier durch Gründung von neuen Unternehmen gegen den reellen Wert, an sie übergeben.(7) Der Ertrag aus den verkauften Gütern wurden über die Kommission für zurückgelassene Güter, an ihre Besitzer übergeben. (8)

Qulle:

Halacoglu, Yusuf: Ermeni Tehcirine Dair Gercekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.

FUSSNOTE

1) Sifre Kalemi- Nr. 53/303.

2) Sifre Kalemi- Nr. 54-A/259.

3) Sifre Kalemi- Nr. 55/107.

4) Sifre Kalemi- Nr. 54-A/385.

5) Siehe für die Texte der Gesetze über das Besitztum der umgesiedelten Armenier Âhar mahallere nakledilen eþhâsýn emvâl ve düyûn ve matlûbât-i metrûkesi hakkinda kânûn-u muvakkat " Takvîm-i Vekãyi", 14. September 1331 und 18. Zilkade 1333, Nr. 2303, sene 7, siehe außerdem Y.H. Bayur: Türk Inkilabi Tarihi, Ankara 1957, III/3, S.45-46.

6) Sifre Kalemi- Nr. 54-A/388.

7) Sifre Kalemi- Nr. 61/31, Nr. 60/275, Nr. 60/277.

8) Sifre Kalemi- Nr. 57/348, Nr. 57/349, Nr. 57/350.

DIE RÜCKKEHR DER UMGESIEDELTEN ARMENIER

Die Umsiedlung wurde wegen klimatischer Bedingungen oder wegen Ansammlungen zeitweilig unterbrochen. Mit Befehlen, die ab dem 25. November 1915 an die Verwaltungen geschickt wurden, wurde die Umsiedlung wegen Winters vorübergehend eingestellt. (1) Am 21. Februar 1916 wurde ein Befehl an alle Verwaltungen geschickt, und die Einstellung der Umsiedlung bekanntgegeben. Doch wurde unterstrichen, dass die Einstellung nicht schädliche Personen umfasste, und alle, die eine Verbindung zu den Komitees hatten, sollten sofort in den Sandschak Zor geschickt werden. (2)

Mit einem allgemeinen Befehl kündigte die Osmanische Regierung am 15. März 1916 die Beendigung der Umsiedlung der Armenier, wegen verwaltungsmäßiger und militärischer Gründe an. (3)

Nach dem Abschluss der Umsiedlung wurde das armenische Patriarchat in Istanbul am 10. August 1916 geschlossen und nach Jerusalem verlegt, da die Mehrheit der Armenier in die Provinz Syrien verlegt worden war. (4) An die Spitze des neuen Patriarchats kam der Bischof aus Sis, Sahak Efendi. (5)

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fasste die Osmanische Regierung einen Beschluss, womit die umgesiedelten Armenier in ihre früheren Orte zurückkehren konnten. In einem Schreiben vom 4. Januar 1919 an das Ministerpräsidium erklärte Innenminister Mustafa Pascha, die erforderlichen Maßnahmen für die Rückkehr der Armenier seien getroffen worden. (6) Der Regierungsbeschluss über die Rückkehr der umgesiedelten Armenier umfasste die folgenden Punkte:

1- Nur wer will, wird zurückkehren. Der Rest darf in den neuen Umsiedlungsgebieten bleiben.

2- Es werden Maßnahmen getroffen, damit die Rückkehrwilligen auf der Reise keine Probleme haben und in ihren früheren Orten wieder untergebracht werden können. Die Rückkehr wird erlaubt, nachdem mit den Behörden an den jeweiligen Orten gesprochen und dort die erforderlichen Maßnahmen getroffen worden sind.

3- Diejenigen, die unter diesen Bedingungen zurückkehren wollen, werden ihre Häuser und ihre Felder zurück kriegen.

4- Falls ihre Häuser bewohnt sein sollten, werden diese Wohnungen geräumt.

5- Damit niemand auf der Straße bleibt, können ein paar Familien für eine kurze Zeit zusammen wohnen.

6- Gebäuden wie Kirchen oder Schulen, sowie Einkommensquellen werden der jeweiligen Gemeinde, die sie gehören, zurückgegeben.

7- Waisenkinder können nach sorgfältiger Überprüfung an Verwandte oder an ihre Gemeinde übergeben werden.

8- Wenn sie es wollen, können alle, die ihren Glauben gewechselt haben, wieder zu ihrer früheren Religion übertreten.

9- Armenische Frauen, die ihre Religion gewechselt und einen moslemischen Mann geheiratet haben, können frei ihre Entscheidung über ihren künftigen Glauben treffen. Falls sie erneut ihren früheren Glauben annehmen sollten, wird der Ehezusammenschluss automatisch aufgelöst. Den Streit zwischen Mann und Frau, wobei die Frau sich nicht trennen und zu ihrer früheren Religion umwechseln will, werden Gerichte lösen.

10- Die armenischen Güter, die noch nicht von anderen benutzt worden sind, werden sofort ihren Besitzern zurückgegeben. Für die Rückgabe der Güter, die an die Staatskasse übergeben worden sind, ist die Genehmigung der Güterbeamten erforderlich. In diesem Thema werden detaillierte Erklärungen folgen.

11- Die an Einwanderer verkauften Häuser werden an ihre Besitzer zurückgegeben. Hierbei gelten die Bedingungen des Artikels 4.

12- Falls die Einwanderer Reparaturen an Häusern und Läden vorgenommen, zusätzliche Teile gebaut, auf den Feldern geerntet haben, werden auch die Rechte der Einwanderer beachtet.

13- Die Kosten von bedürftigen Armeniern, die zurückkehren werden aus dem Kriegsfond gedeckt.

14- Die Zahl der bislang überlieferten Personen wird bekanntgegeben. Außerdem muss in der Mitte und am Ende jedes Monats die Zahl der überlieferten Personen angegeben werden.

15- Für Armenier, die die osmanischen Grenzen verlassen haben aber zurückkehren möchten, gilt bis zu einem weiteren Befehl das Einreiseverbot.

Die oben genannten Punkte des Regierungsbeschlusses galten auch für die griechischen Umsiedler.

Quelle:

Halacoglu,Yusuf: Ermeni Tehcirine Dair Gercekler ( 1915 ), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.

FUSSNOTE

1. Sifre Kalemi- Nr. 57/273, 58/124, Nr.58/161, Nr.56/226, Nr. 59/123, Nr. 60/190

2. Sifre Kalemi.- Nr. 61/72

3. Sifre Kalemi.- Nr. 62/21.

4. Siehe für die neue Verordnung von 1916 über das armenische Patriarchat, Y.H. Bazur, Türk Inkilap Tarihi, III/3, s. 57-59

5. Sifre Kalemi- Nr. 66/202, Nr. 66/220, Nr. 63/136.

BA, BEO, nr. 341055. Dieses Schreiben des Innenministeriums wurde am 26. Kanun-u evvel 1334 ( 8. Januar 1919) auch an das Justiz- und Kultusministerium geschickt

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