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HABEN DIE TÜRKEN DIE ARMENIER IM VERLAUF DER GANZEN GESCHICHTE TYRANNISIERT?

Mit dem Ziel die armenische "Völkermordpropaganda" auf eine geschichtliche Grundlage zu setzen, wurde die Ansicht verteidigt, dass die Türken im Verlauf der ganzen Geschichte, die Nichtmoslems und Armenier schlecht behandelt haben. Denn sie wissen genau, dass sie anderenfalls die Frage nicht beantworten können, wie sich die Türken auf einmal zur totalen Vernichtung der Armenier beschlossen hätten, obwohl sie seit 600 Jahren mit ihnen zusammenlebten. Ein anderer Faktor dafür ist es, dass die Armenier durch die Entstellung der Tatsachen die Angelegenheit zu einem Kampf zwischen Christen und Moslems verwandeln und somit die Unterstützung der Christenwelt erhalten wollten...

In ihrem eigenen geschichtlichen Überblick steht geschrieben, dass die Armenier den Einzug der Türken nach Anatolien wegen der Tyrannei des Byzanz freudig empfangen haben. Zum Beispiel haben die Byzantiner versucht die Armenier- Kirche zu überwältigen und zu vernichten und die Seldschuken haben angefangen, sie in Schutz zu nehmen. Sie haben die schweren Steuern, die die Byzantiner von den armenischen Kirchen, Kloster und der geistlichen Klasse gefordert haben abgeschafft und diese von der Steuer befreit. Sie hielten sich aus den armenischen Gottesdiensten, der Erziehung und den inneren Angelegenheiten zurück und übten keinen Druck aus, um sie zum moslemischen Glauben zu bekehren. Der geistliche Führer der Armenier besuchte wegen dieser toleranten Haltung den seldschukischen Sultan Melikschach und sprach seinen Dank aus. Zusammengefasst haben die Armenier zu diesem Zeitpunkt ihre wahre Existenz als Gemeinschaft, sowohl ihre Religion und Kirchen dank der Türken schützen können.

Diese Tatsache wird von den armenischen Historikern mit Stolz zur Sprache gebracht. Der armenische Historiker Mateos aus Urfa berichtet in seiner Chronik Nummer 129 über den seldschukischen Sultan Melikschach folgendes:

"Das Herz von Melikschach war voll mit Liebe und Güte gegenüber den Christen. Er hat die Kinder Jesu sehr gut behandelt. Er hat dem armenischen Volk Wohlstand, Frieden und Glück gebracht." (1)

Mateos hat nach dem Tode von Sultan Kilic Aslan folgendes geschrieben:

"Der Tod von Kilic Aslan hat die Christen in Trauer versetzt. Denn dieser Sultan war ein nächstenliebender Mensch mit gutem Charakter."

Wie gut die seldschukischen Türken gegenüber den Armeniern waren, sieht man auch daran, dass manche armenischen Herren, wie die Taschirk- Familie von selbst Moslem wurden und mit den Türken gegen die Byzantiner kämpften.

Worte darüber, dass die Türken die Nichtmoslems gut behandelt haben, steht auch in der islamisch-türkischen Philosophie. Diese Philosophie kann man folgendermaßen zusammenfassen: Wenn die Türken das Gebiet, in dem das nichtmoslemsische Volk lebt, an ihre eigene Heimat hinzufügten, schlossen sie mit der Bevölkerung dieses Gebietes ein Abkommen das Zimma genannt wurde ab. Das Recht und Rechtswesen der nichtmoslemischen Bevölkerung wurde mit diesem Abkommen in Schutz genommen und diese Bevölkerung wurde Zimmi genannt. Somit wurde den Menschen von einer anderen Religion eine solche Toleranz gezeigt, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorhanden war. Die Philosophie der derzeitigen großen Denker, wie Yunus Emre und Mevlana Celaleddin Rumi, die "Betrachte die 72 Nationen mit den gleichen Augen" und "Egal wer du auch bist, komm" sagten, müssen im Rahmen dieser Philosophie des Menschentums und Toleranz bewertet werden. Wenn man die Streitigkeiten zwischen den christlichen Glaubensrichtungen und vor allen Dingen die Grausamkeit der Byzantiner gegenüber den Armeniern betrachtet, sieht man ganz offen, wie menschlich diese Annährung ist.

Nach der Gründung und Entwicklung des Osmanischen Staates und besonders nach der Eroberung Istanbuls und somit der Untergang des Byzantinischen Reichs begann für die Armenier eine neue Ära des Friedens, der Sicherheit, Ruhe und des Wohlstands. Zum ersten Mal in der Geschichte waren sie vom religiösen, politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Druck befreit...

Wie bekannt, ist das Osmanische Reich türkischer Herkunft, hat eine islamische Struktur und ist ein Reich mit vielen Nationen. Diese mehrfach nationalisierte Struktur hat sowohl für die Türken, als auch für die anderen Nationen Platz. Damit sich die Armenier vor der Unterdrückung der Byzantiner schützen konnten, erlaubte der erste osmanische Padischah Osman Bey zum Beispiel, dass sich die Armenier in Anatolien als eine eigene Gesellschaft organisieren konnten und in Kütahya in Westanatolien wurde das erste Religionszentrum der Armenier gegründet. Als dann Bursa eingenommen und zur Hauptstadt erklärt wurde, wurde das Religionszentrum von Kütahya nach Bursa übertragen und nachdem Fatih Sultan Mehmet Istanbul eroberte, wurde das religiöse Oberhaupt der Armenier Hovakim 1461 von Bursa nach Istanbul gebracht und auf die Verordnung von Fatih wurde in Istanbul ein armenisches Patriarchart gegründet. (2) Daraufhin haben von Han, Kaukasien, Ost- und Mittelanatolien, Balkan und Krim die armenischen Wanderungen nach Istanbul begonnen und das Osmanische Reich wurde ein Anziehungszentrum für die Armenier. Wie man sieht, haben sich die armenische Gesellschaft und Kirchen parallel zur Entwicklung des Osmanischen Reiches entwickelt.

Das Osmanische Reich hat die gregorianischen Armenier unter dem Namen "Nation" organisiert und ihre Leitung dem eigenen religiösen Oberhaupt überlassen. In der Verordnung von Fatih Sultan Mehmet, die das armenische Patriarchart gründen ließ, ist die Bestimmung gefasst worden, dass der Patriarch das geistliche und weltliche Oberhaupt aller im Reich lebenden Armenier ist.

Die Armenier konnten alle Rechte, wie die Moslems nutzen. Sie hatten sogar einige Vorteile, wie zum Beispiel, dass sie nicht zum Militärdienst einberufen wurden. Dies führte zur Fortsetzung ihrer Familien und somit zu einem Wohlstand.

Von den Moslems und Nichtmoslems wurden Tribut und Kopfsteuer verlangt, dagegen wurden sie von den Almosen- Zehntelsteuer, die die Moslems zahlen mussten, befreit. Die Festlegung, wie die Tribut- und Kopfsteuer auf die armenische Gesellschaft verteilt wird, wurde den religiösen Oberhäuptern überlassen.

Wenn die finanziellen Kräfte der Armenier nicht ausreichten, um ihre religiösen, kulturelle und wohltätige Arbeiten zu leisten, half die Osmanische Regierung ihnen dabei. Sie ersetzte die Fehlbeträge des Patriarcharts und leistete den armenischen Vereinigungen finanzielle Unterstützung. Dieses Stiftungssystem ist heute noch erhalten.

Hier soll auch noch auf folgendes aufmerksam gemacht werden: Da sich die Orthodoxen-Griechen vor den Armeniern organisiert haben, sind alle anderen christlichen Bevölkerungselemente, außer den Orthodoxen-Griechen, als Agens angsehen. Unter diesen Bevölkerungselementen befanden sich die Paulikien und Jakobiner in Anatolien, die Bogomilen auf dem Balkan, sowie die Christen, die in keinem Verhältnis zum Armeniertum standen. Diese Tatsache muss vor allen Dingen bei Diskussionen über die armenischen Einwohner im Osmanischen Reich vor Augen gehalten werden.

Zur Zeit des Osmanischen Weltstaates genoss die armenische Gesellschaft ihre Rechte und Privilegien vollkommen und lebte in Wohlstand...Außerdem akzeptierte sie die türkisch-osmanische Kultur, Lebensart und Verwaltung ...Somit gewannen die Armenier das Vertrauen der Osmanen und wurden als "Treue Nation" genannt. Die osmanischen Armenier sind Dank diesem Titel sowohl im beruflichen Bereich, als auch in öffentlichen Diensten an wichtige Stellen gekommen. Von den osmanischen Armeniern sind 29 Paschas, 22 Minister, 33 Abgeordnete, 7 Botschafter, 11 Generalkonsule und Konsule, 11 Mitglieder des Lehrkörpers an Universitäten und 41 hochrangige Beamten eingetragen. Unter den armenischen Ministern übten einige sehr wichtige Posten als Außen- Finanz- Handels- und Postminister aus. (3)

Die Armenier haben wichtige Beiträge zur osmanisch-türkischen Kunst, Kultur und Musik geleistet und berühmte Künstler hervorgebracht. Diese Künstler werden heute noch als Stolz der türkischen Armenier und Türken erwähnt.

Hier ist es auch angebracht zu erwähnen, dass die erste armenische Druckerei auf der Welt im XVI. Jahrhundert in Istanbul gegründet wurde.

Somit haben die Armenier, die Türken aber an erster Stelle, mit den ganzen Bevölkerungselementen bis zum Ende des XIX. Jahrhunderts in Frieden und Vertrauen gelebt, sie hatten überhaupt keine Beschwerden oder Probleme mit der osmanischen Verwaltung.

Neben dem ist es zeitweilig zu Meinungsverschiedenheiten untereinander gekommen. Zwischen den Armeniern, die vor und nach der Eroberung von Istanbul aus Anatolien und Krim in diese Stadt kamen und als "einheimisch" bezeichnet wurden und den aus dem Iran und Kaukasus kommenden Armeniern, die "Provinzler" genannt wurden, kam es wegen der Wahl des armenischen Patriarchen zu einem Wettstreit. Sie beschwerten sich bei den Osmanen und versuchten die Verwaltung für sich zu gewinnen. Die Osmanen hingegen verhielten sich neutral. Nachdem die "Provinzler" diesen Wettstreit für sich entschieden, wurden auch Nichtgeistliche zu diesem Amt ernannt. Der Kampf um Rang und Titel verwandelte sich von Zeit zu Zeit in blutige Auseinanderestzungen. In diesem Fall griffen die Osmanen ein und verhinderten eine gegenseitige Beschuldigung unter den Armeniern.

Konfessionsstreitereien waren ein anderer Punkt, warum die Armenier sich gegenüber standen.

Wegen ausländischem Eingreifen verbreitete sich unter den Armeniern Katholizismus und Protestantismus. Dies erweckte bei den gregorianischen Armeniern eine große Empörung. Sie wandten sich an die Osmanische Regierung und forderten, dass dies verhindert werden sollte. Da die Osmanische Regierung diese Entwicklung, als einen Innenstreit ansah und sich nicht einmischte, kam es wieder zu blutigen Kämpfen und die Armenier, die den Protestantismus akzeptiert hatten, wurden von den Patriarchen Cuhaciyan und Tahtaciyan mit dem Kirchenbann belegt. (4) Später kam es unter den Katholiken zu Streitigkeiten, ob sie an den Vatikan gebunden sind oder nicht. Der Papst hat die Armenier, die nicht an den Vatikan gebunden waren, mit dem Kirchenbann belegt, die osmanische Verwaltung griff ein, und versöhnte im Jahre 1888 diese beiden katholischen Gruppen.

Die große Toleranz der Osmanen gegenüber Nichtsmoslems machte das Imperium bis zu seinem Niedergang zu einem Zufluchtsort für alle wegen ihres Glaubens grausam verfolgten Menschen. Die von einer christlichen Konfession grausem unterdrückten und von Katholiken misshandelten Juden fanden Zuflucht bei den Osmanen. Ein wichtiges Bespiel dafür ist die Einwanderung der Juden im XV. Jahrhundert aus dem katholisch beherrschten Spanien ins Osmanische Reich. In den darauffolgenden Jahrhunderten fanden auch Juden aus Frankreich, Mitteleuropa und Russland Zuflucht im Osmanischen Reich.

Wenn die Tatsachen so sind, wie kann man dann die Behauptungen über Misshandlung der Nichtmoslems und Armenier durch Türken mit Logik, Gewissen, gesundem Menschenverstand und Gerechtigkeit in Einklang bringen? Man müsste entweder keine geschichtlichen Kenntnisse haben oder sich von Vorurteilen leiten lassen, um derartige Behauptungen aufzustellen. Die entsprechenden Behauptungen werden von ausländischen Historikern und Schriftstellern widerlegt...

Von Asoghik und Matios bis Voltaire, Lamartine, Claude Farrare, Pierre Loti, Nogueres, Ilone Caetaini, Philip Marschall Brown, Michelet, Sir Charles Wilson, Politis, Arnold, Bronsart, Roux, Grousset, Edgar Granville, Garnier, Toynbee, Lewis, Price, Bombaci und Shaw geben viele Historiker und Schriftsteller den Türken Recht, obwohl manche von diesen nicht besonders türkenfreundlich waren...

Dieses Thema soll mit kurzen Zitaten abgeschlossen werden.

Voltaire:

"Die Türken verwalten 20 Nationen verschiedenen Glaubens in Frieden... Türken haben den Christen gelehrt im Krieg humanitär und beim Sieg mild zu sein..."

Philip Marschall Brown:

"Trotz ihrer großen Siege haben die Türken die Völker in den von ihnen eingenommenen Gebieten das Recht großzügig anerkannt, sich gemäß ihrer Gesetze und Traditionen selbst zu verwalten... "

Politis,Außenminister der Venizelos-Regierung:

"Die Interessen der Griechen in der Türkei konnten von keiner anderen Macht besser geschützt werden als von Türken... "

J.W.Arnold:

"Es ist eine nicht zu leugnende historische Tatsache, dass die türkischen Armeen sich nicht in die religiösen und kulturellen Angelegenheiten, in den von ihnen eroberten Gebieten eingemischt haben ..."

Der deutsche General Bronsart:

"Die Türken haben die toleranteste Einstellung gegenüber Menschen anderen Glaubens, falls man nicht gegen sie vorgeht..."

Ein letztes Beispiel: Nach der Niederlage von Akka wollte Napoleon Bonaparte die katholischen Armenier im Osmanischen Reich zum Aufstand gegen die Verwaltung aufhetzen um Rache auszuüben. Er fragte seinem Botschafter in Istanbul Sebastiani, ob das möglich wäre. Die Antwort des Botschafters war eindeutig:

"Armenier sind so zufrieden mit ihrem Leben, dass dieser Plan nicht verwirklicht werden kann... "

Quellen:

(1) MATEOS aus URFA: (Mathieu d'Edesse), Chronicles- Nummer 129

(2) URAS, Esat: Die Armenier in der Geschichte und die Armenier-Frage, 2. Auflage, Istanbul, 1976, Seite 149.

(3) Die Realität von den türkischen Armeniern, Jamanak Ausgabe, Istanbul, 1980, Seite 4 und KOÇAS, Sadi: Die Armenier während der Geschichte und die türkisch-armenisch Beziehung , Ankara, 1967, Seite 92-115.

(4) SCHEMSI, Kara: Turcs et Armeniens devant I´Histoire, Genere. Imprimeric Nationale, 1919, Seite 19

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