WICHTIGE FRAGEN UND ANTWORTEN - FORSNET
  EINLEITUNG
  TÜRKISCH- ARMENISCHE BEZIEHUNGEN
  DIE ENTSTEHUNG DES KONFLIKTS
  MASSENMORDE DIE ARMENIER VERWIRCKLICHT HABEN
  24 APRIL 1915
  UMSIEDLUNG
  DER ARMENISCHER TERROR
  VON ARMENISCHEN TERRORISTEN ERMORDETE TÜRKISCHE DIPLOMATEN
  WICHTIGE FRAGEN UND ANTWORTEN
  CHRONOLOGIE
  ALBUM
  ARCHIVDOKUMENTE
  QUELLEN
  UNTERSTÜTZER





 

GIBT ES EIN TELGRAMM VON TALAT PASCHA, DAS DIE MASSAKER ANORDNETE?

Die Behauptung nach einem "Völkermord" ist eine armenische Propaganda, die versucht den Völkermord als eine von den Osmanen verfolgte Politik darzustellen und muss zugleich einen in dieser Richtung gefassten Entschluss beweisen. Auch dafür hatte man eine Formel gefunden. Sicherheitkräfte in Aleppo unter der Leitung von General Allenby sollen Telegramme ausfindig gemacht haben, die Talat Pascha gehörten. Diese Telegramme seien bei einem osmanischen Beamten Namens Naim Bey gefunden worden. Da die britische Besetzung früher als erwartet durchgeführt wurde, seien diese Telegramme von den Osmanen vernichtet worden.

Ein armenischer Schriftsteller Namens Aram Andonian veröffentlichte 1920 Beispiele dieser Telegramme (1). Ferner wurden diese Telegramme auch dem Gericht eingereicht, das Tehliran, den Mörder von Talat Pascha, verurteilte. Fünf der Telegramme wurden erwähnt, doch nicht als Beweismittel zugelassen. Ein Urteil darüber, ob sie authentisch sind oder nicht wurde auch nicht gefällt.

So wie die anderen armenischen Behauptungen hat auch diese Behauptung nichts mit der Wahrheit zu tun, wie aus den folgenden Punkten zu entnehmen ist:

a. Diese Telegramme wurden 1922 in England in der Daily- Telegraph Zeitung veröffentlicht. (2) Daraufhin hat das britische Außenministerium die Lage beim Besatzungskommando abgefragt. Zuletzt hat sich herausgestellt, dass diese Dokumente nicht von der Besatzung von Allenby gefunden, sondern von einer Gruppe Armenier in Paris erfunden wurden.

b. Die Art, wie die Telegramme geschrieben wurden und welches Papier benutzt wurde, zeigt offen, dass sie keine osmanischen Dokumente sind.

c. Nach der Besetzung von Istanbul haben die Briten und Franzosen mit dem Ziel die Verantwortlichen für das "armenische Blutbad" zu bestrafen, angefangen, Festnahmen zu verwirklichen. Wegen der feindlichen Haltung der osmanischen Unabhängigkeits- und Einigkeitsregierung gegenüber der Partei für Einheit und Fortschritt und ihre Verwalter unterstützte die osmanische Unabhänigkeits- und Einigkeitsregierung die Besatzungsmächte in jeder Hinsicht. Ein Teil der Verhafteten wurde in Istanbul verurteilt, ein Teil wurde nach Malta verbannt.

Das Gericht in Istanbul hat vier Führungskräfte der Partei für Einheit und Fortschritt, die auf der Flucht waren, in ihrer Abwesenheit zum Tode verurteilt. Außerdem hat dieses Gericht noch 3 weitere Personen zum Tode verurteilt. Später ist ans Tageslicht gekommen, dass die letzten Todesstrafen anhand von falschen Zeugenaussagen gefällt wurden.

Die Briten haben überall zu Ungunsten der nach Malta verbannten Angeklagten Dokumente und Zeugen gesucht. Trotz der Hilfen der osmanischen Unabhängigkeits- und Einigkeitsregierung konnte kein Dokument gefunden werden und man wendete sich an das Archiv der USA. Auch in diesem Archiv konnte man kein Dokument finden, dass die Behauptungen des angeblichen Blutbads beweisen konnte.

Die britische Botschaft in Washington hat in diesem Thema die folgende Antwort an das britische Außenministerium geschickt:

"Es tut uns leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass zu Ungunsten der in Malta gefangenen Türken keine Beweismittel gefunden werden konnten. Es ist kein konkretes Ereignis vorhanden, um genügendes Beweismittel darlegen zu können. Die in Frage kommenden Berichte könnten auf keinen Fall, nicht einmal als Anhang, zu den vorhandenen Kenntnissen ihrer majestätischen Regierung nützlicher Beweismittel hinzugefügt werden." (3)

Auf diese Antwort hat das britische Außenministerium die Staatsanwaltschaft des britischen Königreichs gefragt, was zu machen sei. Die Antwort der Staatanwaltschaft lautet wie folgend:

"Bis jetzt ist von keinem Zeugen eine Aussage erhalten worden, die die Beschuldigungen gegen die Verhafteten beweisen. An und für sich steht auch noch nicht fest, ob überhaupt ein Zeuge gefunden werden kann..." (4)

Als Ergebnis wurden die Verhafteten in Malta ohne jegliche Beschuldigung und eine Hauptverhandlung gegen Ende 1921 freigelassen.

Während sich die Briten mit der Suche von Dokumenten beschäftigten, waren die Telegramme von Andonian bekannt.

Das mangelnde Interesse der Briten gegenüber diesen Telegrammen, ist auf ihre Kenntnis über die Unechtheit dieser Telegramme zurückzuführen.

d. Beweise darüber, dass die Dokumente von Andonian gefälscht sind, kann man wie folgend aufzählen:

1. Andonian hat, um beweisen zu können, dass seine gefälschten Dokumente, "echte osmanische Dokumente" sind, die Unterschrift des Gouverneurs von Aleppo Mustafa Abdülhalik Bey unter den Dokumenten gezeigt. Aber wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Dokumente mit der Unterschrift von Mustafa Abdülhalik Bey darunter, im Archiv eingehend überprüft werden, stellt sich heraus, dass die Unterschrift gefälscht wurde.

2. Auf einem der von Andonian, gefälschten Dokumente, mit der Unterschrift von Mustafa Abdülhalik Bey, befindet sich ein Datum. Aber wenn man den betreffenden Schriftverkehr zwischen dem derzeitigen Innenministerium und dem Aleppo Regierungsbezirk eingehend überprüft, stellt sich heraus, dass sich zu diesem Zeitpunkt der Gouverneur von Aleppo nicht Mustafa Abdülhalik Bey, sondern Bekir Sami Bey war.

3. Dementsprechend beweisen die gefälschten Dokumente von Andonian, dass Andonian überhaupt keine Ahnung von dem Unterschied zwischen dem moslemisch-julianischen Kalender hatte oder aber den Unterschied, als er die Dokumente vorbereitete, übersah. Wegen seiner Unaufmerksamkeit beim Datum und der Referenznummer der Dokumente besteht kein Zweifel über die Unechtheit dieser Dokumente.

4. Wenn die Einträge der "Ausgangskennziffer" des derzeitigen Innenministeriums eingehend überprüft werden, stellt sich heraus, dass zwischen der Kennziffer des Eintragsdatums und der Nummer des Ministeriums und dem Datum und Numerierungssystem von den von Andonian gefälschten Dokumenten überhaupt keine Ähnlichkeit besteht. Man sieht auch, dass zwischen den sogenannten "Chiffretelegrammen" von Andonian und den wirklichen Chiffretelegrammen, die das derzeitige Innenministerium nach Aleppo geschickt hatte, keine Verbindung besteht.

5. Wenn man die türkischen "Originale" der "Chiffretelegramme" von Andonian mit den derzeitigen osmanischen Chiffre- Botschaften vergleicht, sieht man, das auch hier überhaupt keine Verbindung zwischen der Anwendung der Chiffresysteme vorhanden ist. Um die Dokumente als echt zeigen zu können, hat Andonian eine neue unbrauchbare, nicht vorhandene Chiffriermethode benutzt. Die Daten auf den gefälschten Dokumenten zeigen, dass die Osmanen 6 Monate lang die gleiche Chiffriermethode benutzt haben, was unmöglich ist. Denn durch einen derzeitig veröffentlichte Erlass wurde bewiesen, dass in den Kriegsjahren die angewendete Chiffriermethode alle, 2 Monate geändert werden musste und dies auch durchgeführt wurde.

6. Wenn die in zwei gefälschten Dokumenten von Andonian ungeübte Schreibweise der Bismillah-Formel mit den wahren Dokumenten verglichen werden, beweisen sie die Fälschung der Dokumente von Andonian. Weil die Osmanen, die - auch wenn sie osmanisch können - keine Moslems waren, bei ihrem Schriftverkehr niemals die Bismillah-Formel benutzten, kann dies der Ursprung dieser ungeübten Schreibweise sein.

7. Es ist schwer zu akzeptieren, dass die Satzstellung und Grammatikfehler, die in den gefälschten Dokumenten von Andonian vorkommen, von einem osmanischen Beauftragten verwirklicht wurden. Es ist sogar unmöglich, dass die vielen Redensarten und Ausdrücke, von denen behauptet wird, dass sie wichtige osmanische Beauftragte benutzt haben, von irgendeinem osmanischen Türken verwendet wurden. Andonian hat in dem Eifer zu beweisen, dass die Türken ihre Straftat selber gestehen, auch diesen Punkt übersehen.

8. Die gefälschten Dokumente außer von zweien wurden auf weißes Papier geschrieben, auf dem kein einziges offizielles Symbol der osmanischen Bürokratie zu sehen war. Man sieht, dass eines der gefälschten Dokumente auf ein liniertes Papier geschrieben wurde, dass die Osmanen sogar in ihrem privaten Schriftverkehr nicht benutzen und die anderen zwei Dokumente sind auf ein leeres Telegrammformular geschrieben worden, das man bei irgendeiner osmanischen Post zu dieser Zeit bekam.

9. In einer Zeit, in der die Briten darum bemüht waren, Dokumente aufzutreiben, die die Osmanen für die armenischen Ereignisse beschuldigten, zeigt die Nich-Wahrnehmung der Dokumente von Andonian, von denen die englischen Editionen vorhanden waren, dass sich die britische Regierung bewusst darüber war, dass diese Dokumente gefälscht waren.

10. Wenn die von Andonian, erfundenen Dokumente existiert hätten, wären sie wegen ihres geheimen Ausdrucks nicht telegrafisch, sondern per Kurier geschickt worden und die Akten hätten statt drei Jahre aufgehoben zu werden, gleich nach dem Lesen vernichtet werden müssen.

11. Zwischen den englischen und französischen Exemplaren des Andonian Buches bestehen sehr wichtige Unterschiede, die von keinem Druck- oder Übersetzungsfehler verursacht sein können.

12. Als letztes bringen sogar manche Schriftsteller, die Sprecher der Armenier waren und in enger Beziehung zu den Armeniern standen, ihre Zweifel über die Echtheit der Andonian Akten zum Ausdruck.

Kurz gesagt, die berühmten "Talat Pascha Telegramme" sind nichts weiteres als ein von Andonian und seinem Umkreis erfundenes Täuschungsmanöver.

e. Es gibt andere geheime Telegramme, die Talat Pascha verschickt hat. Diese Telegramme beinhalten den Befehl über die Bestrafung von Beamten, die zur Zeit der Zwangsumsiedlung straffällig wurden. Es gibt keine Erklärung dafür, dass auf der einen Seite der Tot der Armenier gefordert wird und andererseits die Beamten, die das Massaker begehen sollen, bestraft werden.

f. Während der Umsiedelung wurde von der Osmanischen Regierung der amerikanischen Hilfsorganisation Neareast Relief Society erlaubt in Anatolien Dienst zu leisten und den Armeniern zu helfen. Nachdem die USA auf der Seite der Ententemächte gegen die Osmanen kämpfte, wurde dieser Organisation auch erlaubt in Anatolien zu bleiben. Dies ist auch ein Punkt, der in den Berichten des US-Botschafters Elkus ein Thema darstellt.

Wie konnte man also, wenn ein "Blutbadbefehl" gegeben wurde, der amerikanischen Organisation erlauben Dienst zu leisten und sie Zeugen des sogenannten "Blutbades" werden lassen? Hieß es demnach also so "Wir veranstalten ein Blutbad gegen die Armenier, kommt und sieht uns zu"? Dies müsste man logisch erläutern können.

g. Die in Istanbul, Westanatolien und Thrazien wohnhaften Armenier wurden außerhalb der Umsiedelung gelassen. Sogar manche mittelanatolischen Armenier blieben an ihren Orten. Da nicht einmal von einer gesamten Umsiedelung die Rede ist, kann ein "Gesamtes Blutbad" erst gar nicht behauptet werden.

Wenn also die Regierung alle Armenier vernichten wollte, hätte sie es bestimmt nicht auf dem Weg von monatelangen Umsiedelungen gemacht, indem sie die ganze Aufmerksamkeit der Staaten auf sich zog, sondern sie hätte es in den Gebieten, wo sich Armenier befanden und vor allen Dingen in der Nähe der Fronten sehr leicht durchführen können.

Wie man also sieht, sind die Behauptungen nach einem Völkermord, an denen die Armenier festhalten, nichts anderes als eine große Lüge. Von einem Völkermord war niemals die Rede.

Quellen:

1) Andonian, Aram: Documents officels concernants les Massacres Armeniens, Paris, 1920, Imprimerie Turbian

2) Daily Telegraph, 29. Mai 1922

3) Britische Botschaft in Washington, von R.C. Craigie Lord Jurzona 13. Juli 1921, Archiv des britischen Außenministeriums, 371/6504/8519

4) 29. Juli 1921, Archiv des britischen Außenministeriums, 371/6504/E874

« Zürück

 
 
Alle Rechte vovbehalten © FORSNET