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Die Rolle der armenischen Diaspora in den Beziehungen zwischen der Türkei und den USA

Kemal Çiçek*

In dieser Bekanntmachung werden wir die Einwirkung der armenischen Diaspora in die türkisch-amerikanischen Beziehungen und ihren Beitrag zur armenischen Frage mithilfe von Beispielen auffassen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts begann die armenische Frage zu einer Bedrohung für die Türkei zu werden und beeinflusste die internationalen Beziehungen der Türkei ungünstig. Obwohl es heute in der Türkei nicht sehr oft besprochen wird, trugen die armenischen Einwanderer in den USA einen großen Beitrag dazu, denn 1880 begannen sich die armenischen Einwanderer in den USA zu organisieren und fingen mit ihrer Antipropaganda gegen die Türkei an, obwohl ihre Zahl ungefähr 2000 betrug.1 Es ist auch bekannt, dass Geheimorganisationen wie Hýnçak und Taþnak in den USA Gruppen gebildet hatten.2 Die ersten aufständischen Armenier im Osmanischen Reich waren Anhänger dieser Organisationen.

Wir werden die negativen Einwirkungen der armenischen Diaspora auf die Beziehungen zwischen der Türkei und der restlichen Welt im begrenzten Umfang dieser Bekanntmachung untersuchen. Aus diesem Grund werden wir die Aktivitäten der armenischen Diaspora in den USA, wo sie am meisten tätig ist, hinsichtlich ihrer Antipropaganda gegen die Türkei auffassen. Auch die zu untersuchende Epoche muss eingegrenzt werden, deshalb werden wir uns mit der Zeit zwischen 1880-1930 beschäftigen. Eigentlich haben die Probleme dieser Zeit, die mit dem Osmanischen Reich begannen und mit der Türkei weiterhin bestehen, eine Einwirkung auf unsere Zeit, denn die Probleme der armenischen Diaspora mit dem Osmanischen Reich stehen in engem Kontakt mit der Souveränität der Armenier. Der Druck, der auch in einer Zeit, wo die Türkei versucht, in die EU aufgenommen zu werden, ihre Existenz beibehält, die Menschenrechte und das universelle Recht vor die inneren Rechte zu stellen, bilden mit den Erfahrungen der Vergangenheit einen Zusammenhang. Aus diesem Grund müssen die Handlungen der osmanischen Regierungen hinsichtlich der armenischen Diaspora und der Kapitulationen gut erforscht werden, um die heutigen Probleme besser verstehen zu können.

Es ist bekannt, dass die Auswanderung der Armenier Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem aber Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA ihren Höhepunkt erreicht hat. Zwischen 1899 und 1914 siedelten 51.950 Armenier in die USA um.3 Mit diesen Auswanderungen begannen sich auch die türkisch-amerikanischen Beziehungen zu intensivieren. Die Auswanderer aus der Türkei, von denen die meisten armenischer Abstammung waren, pflegten weiterhin Kontakte zur Türkei und nahmen die finanzielle Unterstützung ihrer Bekannten in der Heimat als Verantwortung auf.

Die vermehrte Zahl der Armenier in den USA trugen dazu bei, dass sich intensive Beziehungen zwischen den USA und Armenien aufbauten. Die armenische Diaspora verlor nichts an ihrem Interesse zur Türkei und den Problemen mit der Türkei und standen in engem Kontakt mit ihren Verwandten, die von 1880-1890 einen Unabhängigkeitskrieg gegen die osmanische Regierung führten. Sie unterstützten sogar mit dem Beginn der Aufstände die Organisation und den Widerstand soweit sie es konnten. Nach kurzer Zeit standen die osmanische Regierung und die Armenier und natürlich die USA aufgrund der durch die armenische Diaspora geführten Aktivitäten gegenüber.4 Die Armenier, die in den USA in nationalistischen Organisationen tätig waren, kamen des Öfteren in die Türkei (oder wurden geschickt) und führten hier die Gruppen an.5

Die osmanischen Behörden übersahen das natürlich nicht und versuchten Maßnahmen gegen die armenische Diaspora zu ergreifen und Lösungen zu finden. Einer der Maßnahmen war der Versuch, die Einreise der armenischen Diaspora in die Türkei zu verhindern. Diese Politik oder Maßnahme zur Aufrechterhaltung der inneren Politik führte zu einer Herkunftsfrage zwischen der Türkei und den USA6, denn die Armenier, die aus der Türkei in die USA umsiedelten, bekamen hier mit Leichtigkeit die amerikanische Staatsangehörigkeit und kehrten wieder in die Türkei zurück. Doch in der Türkei wurde dies verheimlicht, um ihre Rechte nicht zu verlieren oder sie tauchten unter, bis sie ein Verbrechen begingen, welches keine Seltenheit war. Es wird angenommen, dass von 1900 bis 1914 ungefähr 70.000 Armenier osmanischer Herkunft, die die amerikanische Staatsangehörigkeit erhalten haben, in die Türkei eingereist sind.

Nach Artikel 4 des osmanisch-amerikanischen Abkommens aus dem Jahr 1830, wonach auch die USA von Kapitulationen ihren Nutzen ziehen, stand ein Armenier, der die amerikanische Staatsangehörigkeit erhalten hat, unter dem Schutz der USA, was bedeutete, dass er nicht mehr dem osmanischen Recht unterlag. Das war zumindest die amerikanische Auffassung zum entsprechenden Artikel des Abkommens, denn zwischen dem türkischen Original des Abkommens und der englischen Übersetzung waren große Unterschiede. Aus diesem Grund fasste die osmanische Regierung diesen Artikel völlig anders auf, wonach ein Armenier, der zurückgekehrt ist, immer noch den Status eines osmanischen Mitbürgers innehatte und demnach der finanziellen, administrativen und rechtlichen Gewalt unterlag. Der 4. Artikel des Abkommens regelte die Funktion von Handelsklagen. Die Auffassung der osmanischen Regierung lehnte sich an verschiedene rechtliche Vorschriften an, doch da keiner dieser Vorschriften in Einstimmung mit den USA behandelt wurden, wurden sie von den USA nicht anerknannt.8

Diese rechtliche Unstimmigkeit wurde von den Armeniern gut ausgenutzt. Sie lebten in den USA wie ein amerikanischer Bürger, in der Türkei wie ein türkischer Mitbürger, doch wenn sie Probleme mit der Justiz bekamen, machten sie von ihrem Status als Protegé Gebrauch. Sogar Armenier ohne amerikanischer Staatsangehörigkeit erlangten durch Unterlagen den Status eines Protegés. Die osmanische Regierung war nicht einmal in der Lage, Armenier vor Gericht zu bringen, die Morde begangen und an Attentaten teilnahmen. Um diesem ein Ende zu setzen, gab die osmanische Regierung 1860 bekannt, dass alle Personen, die diesem Status angehören, das Land innerhalb von 3 Monaten zu verlassen hätten und bei Zuwiderhandlungen diese als osmanische Staatsangehöriger behandelt würden. Nach diesem neuen Gesetz befreite eine andere Staatsangehörigkeit diejenigen nicht davor, immer noch dem osmanischen Recht zu unterliegen. Somit erhoffte die osmanische Regierung diese Quelle der Protegés versickern zu lassen. Doch die osmanischen Nichtmuslime nahmen die Staatsangehörigkeit anderer Länder an, um dieser Lage zu entkommen, die einen Nachteil für sie bildete, machten von den Kapitulationen Gebrauch und lebten weiterhin auf osmanischem Boden. Diese Methode war so verbreitet, dass „Leute mit anderer Staatsangehörigkeit“ die „wahren Ausländer“ überstiegen hat.9 Im Gegenzug erklärte die osmanische Regierung 1869, dass es verboten sei, ohne irade-i seniye eine andere Staatsangehörigkeit anzunehmen. Wenn jemand ohne Erlaubnis eine andere Staatsangehörigkeit als die osmanische annahm und ins Land einreiste, würden sie wie osmanische Staatsangehörige behandelt werden.

Dies führte zu Problemen zwischen der Türkei und den USA, wo die meisten Armenier ihre Staatsangehörigkeit erlangt hatten, zu juristischen Problemen. Denn das US-Recht gab die Möglichkeit einer dem Jus Soli unterliegenden Bewertung, das osmanische dagegen dem Jus Sanguinin. Außerdem nahmen die osmanischen Armenier die US- Staatsangehörigkeit nur deshalb an, um keine Steuern zahlen zu müssen, einer Bestrafung zu entkommen oder keinen Wehrdienst leisten zu müssen Die osmanische Regierung wurde bis Ende 1890 jedem behilflich, der aussiedeln wollte, danach bedürfte es aufgrund der Probleme durch die Diaspora einer Erlaubnis. Vor allem Vorbestrafte wurden daran gehindert. Nach einiger Zeit siedelten die Armenier illegal in die USA über und forderten keine Zustimmung. Demnach galten sie nach osmanischem Recht immer noch als osmanische Staatsbürger, auch wenn sie auswanderten. In diesem Fall waren ihre Verpflichtungen immer noch gültig. Doch die osmanischen Armenier wanderten nur deshalb aus, um diesen Verpflichtungen zu entkommen und wurden zu US-Bürgern. Da diese Durchführung ohne Einwilligung der USA stattfand, war sie nach US-Recht nicht gültig, weshalb die USA weiterhin Pässe ausstellte. Auf eine einfache Art und Weise Staatsangehöriger zu werden und ein starkes Land auf ihrer Seite zu haben, zog die Armenier regelrecht an. Diese Armenier brachten diese zwei Länder in Konflikt, wenn sie osmanisches Gebiet betraten. Einige Armenier waren Anhänger der Organisationen Taþnak und Hýnçak oder waren vorbestraft, und wenn sie ein Verbrechen begangen hatten, zeigten sie einfach ihre US-Pässe und verlangten die Aufsicht des Konsulats. Nach der osmanischen Regierung waren diese Leute osmanische Staatsangehörige, nach den USA aber US-Bürger. Amerika versuchte sie zu beschützen, die Osmanen aber versuchten sie zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu verleiten, wen sie einreisen. Außerdem wollten die Armenier, dass auch ihre Verwandten vom US-Recht Gebrauch machen.11

Einige Armenier, vor allem Angehörige von Untergrundorganisationen, gingen nur in die USA, um Staatsangehörige dieses Landes zu werden. Auch Missionare unterstützten sie dabei. Denn die Missionare versuchten nicht nur die Armenier zu erziehen oder zu bekehren, sondern sie erzogen sie auch, zu Helden zu werden, die die „Christen aus der türkischen Verwaltung erretten“. Es war auch bekannt, dass sie diese Absichten verdeckt und offen öfters in Berichten darlegten. Doch es muss auch zugegeben werde, dass die amerikanische Regierung diese Politik der Missionare nicht offen unterstützte. Sie teilte sogar mit, dass die zunehmende Zahl der Armenier zu einer Unruhe führte.12 Die Untersuchungen von Inspekteuren ergab, dass die meisten verhafteten Armenier gar nicht die Absicht hätten, wieder in die USA zurückzukehren. Diese benutzten die amerikanische Staatsangehörigkeit nur als Mittel zum Zweck. Die meisten nahmen die US-Staatsangehörigkeit an, um in der Türkei ohne Abgaben zu leisten und ohne Steuern zahlen zu müssen Grundeigentum zu erwerben. Mache hatten die Absicht, Geschäfte zu betreiben und, was am gefährlichsten war, einige versuchten nach anarchistischen Verbrechen durch ihre US-Staatsangehörigkeit einer Bestrafung zu entgehen. Die Lage verschärfte sich. Schon 1893 gab Präsident Cleveland zu, dass die osmanische Regierung hinsichtlich ihrer Beschwerden über solche armenischen Staatsbürger Recht hätte. Denn zu der Zeit stand in einigen in New York veröffentlichten Zeitungen der Aufruf eines bewaffneten Aufstandes, der seitens der osmanischen Armenier durchgeführt werden sollte. Was interessant war, waren die Mitteilungen, die ähnlich des Konflikts zwischen den USA und der osmanischen Regierung war, der durch den Widerspruch des entsprechenden Artikels im Abkommen von 1830 ausgelöst wurde. Es hieß auch, dass das Recht des amerikanischen und osmanischen Staates die Schuldigen zu bestrafen richtig wäre. Diese Erklärung beunruhigte die Armenier, worauf sie mit ihrer Propaganda begannen. Die osmanische Regierung rief 1892 den amerikanischen Botschafter auf, die Bürgergesetze vom 18. Januar 1869 anzuerkennen.13 Wie vorher schon erwähnt, heißt es nach Artikel 5 dieses Gesetzes, dass kein osmanischer Staatsangehöriger ohne Erlaubnis zu irgendeiner anderen Staatsangehörigkeit überwechseln kann. Der Botschafter Hirsch erklärte dagegen, dass sie weiterhin Personen mit ihrer Staatsangehörigkeit beschützen würden.14 1898 kamen die Parteien wieder zusammen. Die USA behaupteten, dass sie keine Probleme damit hätten, dass die Armenier ohne die Zustimmung der osmanischen Behörden sie US-Staatsangehörigkeit erlangte. Es muss hier darauf aufmerksam gemacht werden, dass vor allem England, Frankreich, Italien, Österreich, Deutschland und Russland das osmanische Gesetz von 1869 akzeptiert hatten und demnach handelten. Den Armeniern wurde mitgeteilt, dass sie nicht unter Schutz genommen würden, wenn sie ein Verbrechen begingen. Frankreich, Holland und Belgien lehnten die Anträge zur Aufnahme in ihre Staatsangehörigkeit ab. Das rechtliche Dilemma zwischen den USA und der Türkei dauerte weiterhin an. 1892 fasste die osmanische Regierung einen neuen Beschluss und erklärte, dass alle ohne Erlaubnis aus dem land ausreisen und eine andere Staatsangehörigkeit erlangen dürften aber niemals wieder zurückkehren dürften. Doch dies war eine falsche Entscheidung, denn wie schon erwähnt, waren die Probleme mit den USA nicht gelöst. Daraufhin verließen viele osmanische Armenier das Land, kehrten aber später mit Pass oder verdeckt wieder zurück. Da die USA die Politik der osmanischen Regierung nicht anerkannte, nahm sie ihre Staatsangehörigen weiterhin in Obhut. Nach dem Beschluss von 1892 ging J.J. Arakelyan in die USA und kehrte später mit US-Staatsangehörigkeit in die Türkei zurück. Da er nach osmanischem Recht zurückkehrte, war er osmanischer Staatsangehöriger. Aus diesem Grund wurden die Steuern, die während seines Aufenthalts in den USA anfielen, verlangt. Trotz des US-Schutzes und der Beharrung, dass die Steuern nicht gerecht wären, wurden die Steuern eingezogen.15

Was wichtiger war, waren die armenischen Terroristen. Guedjian wurde 1892 in Halep als Mitglied der Untergrundorganisation Hýnçak in Halep verhaftet. Er hatte sehr geheime Dokumente bei sich. Er wurde zu 101 Jahren haft verurteilt. Er verlangte vom US-Konsulat Schutz, weil er US-Bürger war. Als der Gouverneur von Halep16 dies ablehnte, wurde der Vorfall der Zentrale gemeldet und eine erneute Verhandlung in Istanbul unter Teilnahme des Konsulats e akzeptiert.17 Als dieser Vorfall die Beziehungen der beiden Länder negativ beeinflusste, wurden 1874 Verhandlungen über den angenommen aber vom Senat abgelehnten Artikel begonnen. Doch es konnten keine Ergebnisse erzielt werden, weil Abdülhamit II. im Jahr 1899 dem Botschafter Straus mitteilte, dass er einen Artikel, der „den Armeniern Obhut gewährt“, niemals akzeptieren würde.18 1900 teilte die USA den Armeniern mit, dass sie als US-Bürger Probleme hinsichtlich der Obhut haben könnten und mussten dies auch den Pässen als Hinweis eintragen. Die USA teilten 1907 den Armeniern mit, dass sie nicht in Schutz genommen würden, falls sie in die Türkei einreisen und dort länger als 2 Jahre bleiben würden. Falls die betroffenen Personen früher türkische Staatsangehörige waren, betrüge diese Frist 5 Jahre. Dies führte zu Reaktionen und Protesten der armenischen Diaspora, doch es führte zu einem Ende eines Konflikts, dass für die Beziehungen der USA und der Türkei eine Bedrohung ddarstellte.19 Diese Staatsangehörigkeits- und Schutzfrage wurde auch 1923 während den Friedensgesprächen von Lausanne von amerikanischen und türkischen Ausschuss besprochen, was aber zu keinem Ergebnis führte. Weil die türkische Seite darauf beharrte, die Kapitulationen aufzuheben, konnte kein Ergebnis erzielt werden, das die USA glücklich Stimmen würde. Doch es verhinderte auch nicht die Unterzeichnung eines Freundschafts- und Handelsvertrages zwischen den beiden Ländern in Lausanne. Doch die armenische Diaspora schaffte es, dem Vertrag im Kongress nicht zuzustimmen. Die armenischen Organisationen führten eine Propaganda durch, damit keine Abkommen zwischen der Türkei und Europa aber vor allem mit den USA getroffen werden. Die amerikanische Delegation, die sich in Lausanne als Bobachter befanden, schlossen am 6. August 1923 mit der Türkei ein Freundschaftsabkommen ab. Der Vorteil, der durch dieses Abkommen für die Türkei entstand, führte dazu, dass sich amerikanisch-armenische Institutionen dagegen organisierten.20 Das Abkommen wurde bis zum 3. Mai 1924 nicht dem Senat vorgelegt. Die armenische Lobby teilte sich in zwei Fronten. Die eine Front lehnte das Abkommen ab, die andere sah Vorteile darin. Missionare Einrichtungen, Hilfsorganisationen und Armenia Amerika Society waren für dieses Abkommen.21 Doch das Committee for the Independence of Armenia, geführt von Gerard und Cardashian, machten aggressive Propaganda dagegen.22 Diese Gruppe hatte nur die Gründung Armeniens zum Ziel und organisierte sich unter dem Namen American Committee Opposed to the Lausanne Treaty.23 Da sie keinen Nutzen vom Abkommen erhofften, war ihre Opposition sehr extrem. Aus der Auseinandersetzung kam leider die ablehnende Partei als Sieger heraus. Als dieser Kampf weiterging wurden in den USA zahllose Artikel, Bücher und Nachrichten rausgebracht, die das türkische Volk und die neue Republik gekränkt hat. Die in den USA weit verbreitete Auffassung vom “furchterregenden Türken“ war zum Vorteil der Organisationen, die gegen die Türkei waren.24 Die Einwirkung der gegnerischen Gruppe war so groß, dass die Präsidentschaftswahl vom Abkommen mit der Türkei beeinflusst wurde. Ein Einverständnis zum Abkommen wurde mit Verrat an den Armeniern gleichgesetzt. Die Kirche, vor allem die The Protestant Episcopal Church missbilligte mit einer von 110 Bischöfen unterschriebenen Bekanntmachung die Befürworter dieses Abkommens. Dies führte zu einer Verwirrung unter den Senatoren. Das Abkommen wurde 4 Jahre nach Lausanne am 18. Januar 1927 abgestimmt und konnte nicht die erforderliche Mehrheit erhalten. Zwar stimmten 34 gegen und 50 für dieses Abkommen, doch da dies nicht die erforderliche Mehrheit war, bedeutete dies eine Ablehnung. Somit erlitten die türkisch-amerikanischen Beziehungen aufgrund der armenischen Diaspora einen erneuten Rückschlag. Doch der Präsident selbst sagte, dass er ein positives Ergebnis der Abstimmung Wünsche und dass die Beziehungen weiterhin so aufrecht erhalten würden, als ob dem Abkommen zugestimmt wäre. Mit der Initiative des Außenministeriums wurden am 17. Februar 1927 ordentliche diplomatische Beziehungen zur Türkei aufgebaut. Das Abkommen von Lausanne wurde als angenommen akzeptiert und die Beziehungen darauf aufgebaut (auf der anderen Seite veröffentlichte eine sich für das Abkommen eingesetzte Seite wie die Near East Relief sehr interessante und geheime Informationen über die armenische Propaganda, die während des Krieges gegen die Türkei geführt wurde. Demnach hieß es, dass über die Deportation und das Genozid an den Armeniern falsche und voreingenommene Berichte und Nachrichten verbreitet wurden, um Geld zu sammeln, welches eine Ungerechtigkeit gegen die Türkei wäre).

Das von der Türkei am 28. Mai 1928 erlassene Bürgergesetz führte zu einer Sackgasse hinsichtlich der Abstammungsfrage zwischen den beiden Ländern. Das neue Gesetz erfordert nicht nur eine Zustimmung, um von einer Staatsangehörigkeit auszutreten, sondern fasste die in der Türkei geborenen bedingungslos als Staatsangehörige auf. Das Gesetz wurde aufgrund von Protesten am 9. April 1929 geändert und die Staatsangehörigkeit von in der Türkei geborenen wurde dem Willen der Personen selbst und des Parlaments überlassen. Doch das 62 Jahre andauernde Problem in den Beziehungen zwischen der Türkei und den USA konnte nicht gelöst werden.25

Ergebnis
Auch heute haben die armenischen Vereine, Institutionen und Organisationen einen großen Einfluss auf die Türkeipolitik der Länder, in denen sie sich befinden. In Ländern, in denen sie ein großes Stimmenpotential besitzen, betreiben sie Politik gegen die Türkei und unterstützen ihre Kandidaten. Dadurch versuchen sie jedes Jahr durch Initiativen den angeblichen Völkermord gelten zu lassen und die Politik der Türkei im Mittelosten und Europa wirkungslos oder von anderen Faktoren abhängig zu machen. In den USA haben über 24 Staaten den angeblichen Völkermord anerkannt und es in ihre Verfassung aufgenommen. Um die Armenierfrage zu lösen und nicht länger als eine Bedrohung für die Türkei zu sehen, müssen die Tätigkeiten der armenischen Diaspora analysiert werden. Doch es ist nicht einfach, mit der armenischen Diaspora durch Gespräche eine Lösung zu finden, wie dies von einigen behauptet wird. In dieser Bekanntmachung werden die minimalen Erfordernisse für ein Gespräch unter den Parteien ermittelt. Die Bedrohungen von unter amerikanischer Obhut stehenden Ländern gegen den osmanischen Staat dauert auch heute gegen die Türkei unter der Obhut von internationalen Gruppen an.


* Prof. Dr., Technische Universität Karadeniz, Fakultät für Natur- und Literaturwissenschaften, Abteilung für Geschichte, Trabzon
1. Über die anfänglichen Organisationen der Armenier in Amerika siehe: Çaðrý Erhan, Türk Amerikan Ýliþkilerinin Tarihsel Kökenleri, Ýmge Verlag, Ankara, 2001, S.306-18.
2. Über die Gründung dieser Organisationen siehe: Kamuran Gürün, Armenian File, London, 1983, S.120-26.
3. Robert Mirak, “Armenian Emigration to the United States to 1915”, Journal of Armenian Studies, I/1 (1975), S.5-39, vor allem wichtig: S.21 vd.
4. Erhan, a.g.e., S. 313.NARA T-815, Jan. 16, 1894 und NARA M-99/96, Apr.11, die Mikrofilme mit der Nummer 1894 wurde auch von uns studiert.
5. Über die Literatur dieser Epoche und die jüngsten Bewertungen der armenischen Aktionen siehe: Jeremy Salt, “The Narrative Gap in Ottoman Armenian History”, Middle Eastern Studies 39/1 (January 2003), S.19-36.
6. Über die Entstehung und Entwicklung der Staatsangehörigkeitsfrage siehe: Leland J. Gordon, “The Turkish American Controversy over Nationality”, American Journal of Ýnternational Law, 25/4 (October 1931), S. 658-668. Außerdem Erhan a.g.e., S. 226-34
7. Den Nachforschungen in den Archiven der Behörde für Auswanderer und Statistik von Robert Mirak nach sind in diesen Jahren 44.165 Armenier ausgewandert. Ausgewiesene Personen sind nicht mit inbegriffen.
8. Für die Fassung des Abkommens siehe: Erhan a.g.e., s.205-207.
9. Nach Erhan, a.g.e., S. 228’de wurde 1857-58 nur in Istanbul sienen ehemaligen osmanischen Staatsbürgern und 49 osmanischen oder anderen Staatsangehörigen der Protegé-Status anerkannt.
10. Gordon, a.g.m. 660-61.
11. Gordon, a.g.m., 662-64. (Correspondance from Consuls General, Letter from Consul General Heap to Minister Cox, dated aug.24,1886). Erhan, a.g.e., auf Seite 211-18’de werden die Probleme der Praxis durch konkrete beispiele erläutert.
12. Erhan a.g.e. S. 228.
13. Papers Relating to Foreign relations of the United States, 1893, S.X und gleiches Werk, 1894, S. 728 Krþ: Gordon, a.g.m., S.662.
14. Für detailliertere Angaben über die Gespräche zwischen diesen Ländern siehe: Erhan a.g.e., S. 229-33,
15. Gordon, a.g.m. s.663
16. Aufgrund der Fahrlässigkeit wurde der Gouverneur seines Amtes erhoben. Für Dokumente siehe: Foreign Relations, 1895, Vol 3, 2. 1259-62.
17. Gordon, a.g.m., S.663.
18. Foreign Relations, 1899, S.770.
19. Gordon, a.g.m. S.666.
20. Für eine detailliertere Bewertung in diesem Zusammenhang siehe: Kemal Çiçek, “Amerikan Ermeni Derneklerinin Lozan Görüþmeleri Esnasýndaki Faaliyetleri”, Vortrag im Symposium von Lausanne (in Vorbereitung)
21. National Archives an Research Foundation of America (NARA) 867.4016/921 8. Februar 1923.
22. NARA 867.4016/817
23. Für eine Kopie der Mitteilungen siehe: NARA m365 R 7
24. Für eine Bewertung dieser Epoche und der Politik der Armenier siehe: Robert L. Daniel, “The Armenian Question and American-Turkish Relations, 1914-1927”, Mississippi Valley Historical Review, 46/2 (September, 1959), S.252-275.
25. Gordon, a.g.m., 668 vd.


Not: Dieser Artikel wurde dem Buch über das IV. Symposium türkischer Sicherheit an der Universität Fýrat in Elazýð entnommen.

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