Die
Umsiedlung wurde durch armenische Kreise und feindliche Staaten
"als Massaker und Völkermord an den Armeniern"
benannt. Es begann eine große Propagandakampagne gegen
die Osmanen.
Dabei
bedeutet Völkermord, "die Ausrottung von Menschengruppen,
ihrer unterschiedlichen Rasse, Nationalität, ethnischer
Abstammung und Religion wegen." Dieses Verbrechen kann
nur durch eine Regierung oder mit deren Zustimmung begangen
werden. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat,
um auf der Welt den Völkermord zu verhindern und zu bestrafen,
im Jahre 1948 die "Völkermord- Konvention "
verabschiedet, der sich die Türkei 1950 anschloss.
Das
Wort Völkermord oder Genozid erinnert an die Massenmorde
an den Juden und anderen ethnischen Gruppen der Nazis während
des Zweiten Weltkrieges. Zwischen 1939 und 1945 wurden 5-6
Millionen Juden, mehr als 3 Millionen russische Kriegsgefangene,
mehr als jeweils eine Million polnische und jugoslawische
Zivilisten, rund 200.000 Zigeuner und 70.000 behinderte Menschen
massakriert. Eben so etwas ist die Bezeichnung für einen
Völkermord.
Zudem
ist zu sehen, dass ungeachtet der vorzubeugenden Konvention
der Vereinten Nationen, auch im modernen Zeitalter unzählige
Völkermorde geschehen. Den in der Zeitung Le Monde erschienenen
Geständnissen zweier französischer Generäle
nach, die höchstpersönlich zu den Beteiligten gehörten,
haben die Franzosen in den Jahren von 1954 bis 1962 in Algerien
mindestens 1 Million Algerier massakriert. Die indonesische
Armee ermordete zwischen 1965 und 1966 1 Million Kommunisten
und ihre Familien. Zwischen 1975 und 1979 massakrierten die
Roten Khmer in Kambodscha 1.7 Millionen Kambodschaner, 1994
wurden in Ruanda 500.000 Tutsis von den Hutus getötet
und letztlich nach 1991 waren Tausende Moslime im Kosovo und
in Bosnien-Herzogowina der Grausamkeit der Serben ausgesetzt.
Das
Verbrechen Völkermord, wurde in seinem wahren Sinne bei
diesen Ereignissen begangen. Ganz im Gegensatz zu den Behauptungen
der Armenier, umfassten die im Jahre 1915 in Ostanatolien
getroffen Maßnahmen gegen die Armenier nur die Umsiedlung
für die Gewährleistung der Sicherheit und hatten
nicht das Geringste mit Völkermord zu tun. Es stimmt,
dass die Armenier in Ostanatolien während des Krieges
und der Umsiedlung Verluste erlitten haben. Doch diese Verluste
sind auf die, wegen der Kriege und Aufstände in Ostanatolien
gestörte Ordnung, auf mangelnde Fahrzeuge, Treibstoffe,
Nahrungsmittel und Medikamente, sowie auf schwere klimatische
Bedingungen und Epidemien, wie Typhus zurückzuführen.
Ein absichtliches und geplantes Massaker kam niemals in Frage.
Eigentlich
wurden die Armenier in ihrer Vergangenheit oftmals auf Grund
ihrer Verrate gegenüber den Staaten unter deren Obhut
sie lebten, derartigen Umsiedlungen unterworfen. Die Sasaniden
siedelten gegen das Jahr 379, 70.000 Armenier in den Iran
um, gegen 1025 siedelte das Byzantinische Reich 40.000 Armenier
aus Ostanatolien nach Sivas und Kayseri um, die Mamelucken
verlegten um 1250 bis zu 10.000 Armenier nach Ägypten,
1743 siedelten die Iraner 24.000 Armenier in die inneren Regionen
des Iran um und die Russen, die 1777 die Krim besetzten, verbannten
die Armenier aus diesem Gebiet auf die Steppen.
Die
Armenier, die in der Geschichte unzähligen Umsiedlungen
und Verbannungen ausgesetzt waren, stellen ohne einen einzigen
dieser Vorfälle zu erwähnen, die berechtigte Umsiedlung
durch den Osmanischen Staat im Jahre 1915 als angeblichen
Völkermord dar und versuchen dadurch ein Problem heraufzubeschwören.
Diese Haltung ist ein Produkt bewusster und auf die Einheit
der Türkei abzielender Politik. Dass die westlichen Länder
den tatsächlichen Völkermorden in Afrika und auf
dem Balkan tatenlos zusehen und nur den Behauptungen der Armenier
ihre Aufmerksamkeit schenken, ist das deutlichste Zeichen
dafür.