An
dem internationalen Symposium "Historische Tatsachen
und die Armenier", das zwischen dem 24. und 26. April
1995 in Igdir veranstaltet wurde, nahmen viele Wissenschaftler
und Politiker aus verschiedenen Ländern teil. Das Projekt
des Architekten Prof. Dr. Cafer Gayisi, aus Aserbaidschan,
zur Errichtung eines Monumentes in Erinnerung zu den Opfern
des armenischen Massakers an den Türken, fand Anhänger
und es wurde in der Schlussmitteilung des Symposiums wie folgt
bekundet: "Es wurde die Errichtung eines Denkmales in
Igdir, in Erinnerung an die mehr als eine Million Opfer der
Vergangenheit und eines Grabmales in dem Dorf Oba beschlossen,
als eine Antwort für diejenigen, die in der internationalen
Bühne, ihren sogenannten Massaker Tag vom 24 April anerkennen
lassen zu versuchen. Das Denkmal in Igdir soll uns an die
dunklen Tage der Vergangenheit und an die Imperialisten erinnern,
die uns zu Feinden machten. Es soll auch einen Beitrag zur
guten Nachbarschaft und Zusammenarbeit leisten.
Als
Baustelle des Denkmals wurde die östliche Einfahrt der
Stadt Igdir, also die Kreuzung der Straßen aus Aserbaidschan,
Iran und Armenien ausgewählt. Die Fläche des dreieckigen
Platzes beträgt 1.3 Hektar. Außerdem sollte das
Denkmal eine Perspektive zum Agri- Berg haben. Am 1. August
1997 wurde mit dem Bau des Denkmals begonnen.
Das
Denkmal befindet sich in der Mitte des dreieckigen Platzes
und ist 7.20 Meter hoch. Auf der weiten Geographie der Türken
sind Hügeldenkmäler sehr üblich. Sie wurden
für die Oberhäupter der Staaten und der Armeen auf
den Steppen Asiens errichtet. Im inneren dieser Hügeldenkmäler
befand sich ein Grabzimmer. Diese Tradition wurde auch am
Denkmal in Igdir fortgeführt. In dem kreisförmigen
Saal in der Mitte des künstlichen Hügels befinden
sich die symbolischen Gräber der Opfer. Dieser Saal steht
im Zentrum des Massaker- Museums. In diesem Saal wird die
Grausamkeit der Armenier mit Gegenständen und Photos
aus den Massengräbern ausgestellt. An der linken Seite
befindet sich eine Bibliothek für Forschungen.
Das
Eingangstor zum Museum wurde gemäß der Architektur
der Seldschuken, kronenartig gebaut. Das Tor trägt auch
Spuren von Moscheenischen, wie die zu der Zeit der Kadavali
Osmanli. Hiermit wird betont, dass sich dieses Tor in einen
heiligen Raum öffnet. Das Eingangstor zum Museum ist
aus Bordeaux und schwarzem Granit, und die schmalen und wenigen
Fenster deuten auf die Grausamkeit des Massakers hin.
In
der Mitte des Hügels mit einer Höhe von 36 m befindet
sich die Schwertgruppe. Zum Gedenken an die türkische
Armee, die das moslemische Volk vor dem Massaker der Armenier
geschützt hat, an die Märtyrer und Blutzeugen. Diese
sind nach einem fünfeckigen Plan aufgestellt. Und zwar
in Form des fünfeckigen Sterns, des Symbols des türkischen
Staates, das auch auf der türkischen Fahne zu sehen ist.
Die
türkischen Soldaten, so die Legende, schärften ihre
Schwerter im Wind, im Regen und unter Blitz. Und diese Schwerter
neben dem Agri- Berg, werden von der Sonne, vom Regen und
Wind geschärft. Die Armenier, deren nationales Ziel es
ist "für die Zukunft irgendwann einmal die Umgebung
des Agri- Berges" zu erobern, sehen nun vor diesem heiligen
türkischen Berg, die Schwerter der Türken.
Die
Spitzen dieser fünf Schwerter bilden eine Kuppel am Gipfel.
Somit ähneln sie den seldschukischen Türben. In
der türkisch-oghusischen Monumental- Architektur wurden
Kuppel- Gräber für Sultane, Helden, Kommandanten
und wichtige Personen errichtet. Traditionelle Grabdenkmäler
der Seldschuken aus einem unterirdischen Grab und einer oberirdischen
Kuppel. Das Massaker-Denkmal in Igdir besteht auch aus zwei
Stockwerken. Das untere Stockwerk befindet sich unter dem
künstlichen Hügel, ein symbolisches Grab, das als
ein Museum dient. Das obere Stockwerk besteht aus einer Kuppel,
die von fünf Schwerter gebildet wird.
Somit
trägt das Massaker- Denkmal von Igdir, von der Architektur
her, Spuren der drei größten türkischen Architektur
Tradition aus der Geschichte (Kuppel, seldschukisches Grabmal
und Grabsteine). Diese wurden mit moderner Architektur in
einem neuen Bau zusammengebracht.
Das
Schwert in der Hand eines Menschen ist furchtbar. Doch Schwerter,
die an der Spitze gestützt und gekreuzt liegen, sind
ein Symbol der Gesundheit, des Wohlhabens und des Friedens.
Sie symbolisieren auch die Verteidigungskraft der Nation.
Dass die scharfen Seiten nach außengerichtet sind, weisen
daraufhin, dass man jederzeit auf Angriffe der Feinde vorbereitet
ist.
Der
kreisförmige Museumsaal (das symbolische Grab) wird von
oben, von fünf Öffnungen der gekreuzten Schwerter
beleuchtet. Die Bedeckung der Öffnungen ist eine Pyramide
aus Glas, die ein Zelt symbolisiert. Dieses Zelt, mit goldfarbenem
Rahmen und buntem Glas, symbolisiert das Goldene Zelt, das
Meisterstück der türkischen Steppenarchitektur.
In den alten Zeiten befand sich die Fahne des Staates auf
dem Goldenen Zelt als Symbol der Staatsmacht. Das Goldene
Zelt, das in der Mitte des Hauptquartiers der Truppen auf
dem Marsch errichtet wurde, schützte man besonders. An
diesem Denkmal, an dessen Spitze sich die Fahne des Türkischen
Staates befindet, wird von fünf Schwerter geschützt.
Die
Heiligkeit des Schwertes kommt auch in der Ästhetik zu
Schein. Der Griff des türkischen Schwertes wurde mit
wertvollen Metallen beschmückt. Auch bei dem Igdir- Denkmal
wurden die Griffe der Schwerter mit Granitrahmen und Bronzereliefs
verziert. Auf jedem der Griffe befinden sich Figuren des Grauen
Wolfes, eines Pferdes und des zweiköpfigen Adlers.
Der
Graue Wolf war das Haupttotem der Türken und wurde als
ein Wegweiser bewertet. Von der Herrschaftszeit des hunnischen
Reiches bis zu den Osmanen war es ein nationales Symbol. Vor
dem Islam befand sich der Kopf des Grauen Wolfes auf den Fahnen
der Türken. Im Laufe der Zeit wurde diese Abbildung durch
den Stern und den Halbmond ersetzt.
Von
den Altai bis hin nach Anatolien wurde der starke, kluge und
auf seine Freiheit nicht verzichtende Graue Wolf geliebt und
respektiert. In der Zeit von Gazi Mustafa Kemal Atatürk,
des Begründers der Türkischen Republik, wurde der
Graue Wolf auf Banknoten, Münzen und öffentlichen
Gebäuden abgebildet. Das Relief eines Grauen Wolfes am
Schwertgriff, als Symbol der Befreiung, ist ein Zeichen des
Respekts gegenüber von nationalen Werten und der Treue
zu den Prinzipien Atatürks.
Die
"Schwertzeit" wurde in der Geschichte zugleich auch
die "Pferdezeit". Nach Angaben von türkischen
Historikern hatten "Pferdezucht und Schmieden""
und insbesondere Schmieden, bei der großen Eroberung
der Türken die wichtigste Rolle gespielt. Schmieden war
wichtig für die Herstellung der Schwerter und Pferdezucht
für die Feldzüge in entfernte Gebiete. Die türkischen
Soldaten zogen mit ihren Pferden, Schwerter und Zelten nach
entfernten Gebieten.
Das
Pferd war das wichtigste Totem der Türken und ein unentbehrlicher
Freund und Gehilfe der Soldaten. Es ist unmöglich, in
der Kriegsgeschichte, einen Schwert ohne ein Pferd und einen
Türken ohne Schwert und Pferd sich vorzustellen. Aus
diesem Grunde wurde an den Griffen der Schwerter, als ein
Symbol des Glücks, ein Pferdesymbol benutzt. Grauwolf-
und Pferdereliefs befinden sich an beiden Seiten der Griffe.
An
den Innenseiten der Griffe befindet sich ein Relief von einem
zweiköpfigen Adler. Der zweiköpfige Adler wurde
in Anatolien zuerst zum Symbol der Hetiter und danach der
Byzantiner. Danach wurde er zum Symbol der Seldschuken, der
Niederlassung der Türken auf anatolischen Territorien
und zum Symbol des Unterganges der Byzanz.
An
den Außenseiten der Griffe befinden sich Figuren von
Soldaten. Grauwolf, Pferd und Adler, die Symbole der Türken
werden wiederholt. Die Soldatenfiguren sind anders. Auf jedem
dieser Griffe befindet sich ein Soldat aus einer Epoche. Diese
sind Soldaten, aus der Zeit des Hunnen- und des Göktürkreiches,
der Seldschuken, der Osmanen und der modernen Türkei.
Die
türkischen Soldaten, die in der Zeitgeschichte eine Reihe
von Staaten gegründet haben, verdienen das größte
Denkmal. Die Soldatenfiguren aus Bronze symbolisieren alle
türkischen Soldaten in der Geschichte, die zur Wohlhabenheit
und zum Frieden des Landes beigetragen haben.
Am
1. August 1997 wurde mit der Anweisung des Gouverneurs von
Igdir, Semsettin Uzun mit dem Bau des Denkmales begonnen.
Die Umgebungsmauern des Denkmales wurden aus dem sogenannten
Holzbirnenstein gebaut. Das Tor, die Fenster und Schränke
des Denkmales sind aus Kastanienbaum. Die Schwerter wurden
aus dem so genannten "Bianco Maris" Granitstein
aus Italien hergestellt. Für Einzelheiten der Architektur
wurden "Afrikan Red" Granitsteine benutzt. Am Denkmalstein
wurden verschiedene Marmorsteine aus verschiedenen Gebieten
der Türkei benutzt: "Toros Schwarz" aus Kayseri,
"Teos Grün" und "Ege Füme" aus
Izmir, "Hazar Pink" aus Diyarbakir, "Ege Bordo"
aus Mugla, "Traversin" aus Denizli und Kütahya,
"Bodrum Kayran" aus Mugla, "Bergama Granit"
aus Izmir und "Imyra" aus Antalya. Dieses Material
wurde an verschiedenen Stellen des Denkmales benutzt.
Der
Bau des Denkmales und des Museums wurde von der Entwicklungsstiftung
für die Provinz Igdir und der Kreisstädte finanziert.
Dieses Denkmal und das Museum sind in erster Linie die heilige
Grabstätte der türkischen Märtyrer, die in
Massen getötet wurden und keine Gräber haben. Jeder,
der diese heilige Grabstätte besucht, wird sich an die
türkischen Märtyrer erinnern, die zeitweilig vergessen
werden und versuchen die Gründe dieser Katastrophe herauszufinden,
die die Dimension eines Massakers erreicht hat.