Vom
7. bis 13. Juli 1985 wurde in Sevrès der als "III.
Weltkonrgess der armenischen Organisationen" bekannte
Kongress abgehalten. Hauptziel des Kongresses war die Annahme
des ausgearbeiteten "armenischen Grundgesetzes".
Damit würde versucht, eine "Einheit" zu gründen,
damit die Armenier auf der ganzen Welt vertreten werden können.
Bei
dem Kongress, an dem sich die ASALA nicht beteiligte und die
Terrororganisationen offiziell nicht vertreten wurden, führte
die Vertretungseigenschaft der Taschnak zu langen Diskussionen.
Die
beim Kongress unterbreiteten Vorschläge und gefassten
Beschlüsse sind die folgenden:
a.
"Einziges Armeniertum, einziges Ziel, einziger Kampf,
einzige Stimme" wurden als ein Slogan vorgeschlagen und
angenommen.
b.
Es wurde behauptet, dass die Bestimmungen von Sèvres
immer noch gültig sind und die von Lausanne hingegen
nicht mehr.
c.
Der Antrag die ASALA nicht mehr zu unterstützen, wurde
angemommen..
d.
Der Antrag über einen ständigen Kampf gegen die
Türkei wurde anerkannt.
e.
Der Antrag über die Unterstützung Griechenlands
und der inselgriechischen Seite auf Zypern, die ihren Kampf
gegen die expansionistische Politik der Türkei fortsetzen,
wurde angenommen.
f.
Der Antrag, dass dem Kongress die selbe Eigenschaft wie des
"palästinensischen Nationalrates im Exil" verliehen
wird, wurde unter der Bedingung der Beobachtung der Entwicklungen
angenommen.
Die
beim Sevres Kongress gefassten Beschlüsse sind die folgenden:
a.
Das "armenische Grundgesetz" wird durch den Kongress
anerkannt.
b.
Der Kongress hat die Einleitung einer vielseitigen Strategie
zum Erreichen der Ziele. Demnach:
·
Für die Bekämpfung des türkischen Kolonialismus
werden, wie auch bei armenischen und anderen Völkern
auch, mit den in der Türkei existierenden fortschrittlichen
und revolutionären Bewegungen Partnerschaften gegründet.
Ferner ist beschlossen worden, dass der Kampf des armenischen
Volkes mit den Kämpfen der anderen Völker in absoluter
Verbindung steht.
·
Während der armenische Weltkongress bekannt gibt, dass
er keine Beziehung zu anderen Staaten und Mächten hat,
werden Hilfen und Unterstützungen angenommen, die den
Kampf der armenischen Völker würdigen.
c.
Der Kongress hat beschlossen, den Staaten, die den Friedensvertrag
von Lausanne unterzeichneten, also der Vereinten Nationen,
der Sowjetunion, der armenischen Sowjetrepublik, den USA,
dem Europarat, der Unabhängigen Blockbewegung mitzuteilen,
dass "das armenisches Volk, das einziges Volk ist, bei
dem der Kolonialismus nicht abgeschafft worden ist."
Dieser Enschluss wurde umgesetzt.
d.
Ein weiterer Beschluß dieses Kongreßes ist, dass
die Türkei zur Anerkennung des angeblichen Völkermordes
im Jahre 1915 gezwungen wird. Im Falle der Anerkennung werde
der Weg für die Befreiung der Territorien geebnet. Diese
Absicht wurd praktisch ausgeführt. In diesem Rahmen wurden
den betreffen Behörden Erklärungen gegeben und Anträge
gestellt.
e.
Der Kongress hat eine Danksagungsbotschaft an die Sowjetunion
beschlossen, die sich für die Wahrung der armenischen
Kultur im sowjetischen Armenien eingesetzt hatte.
Während
bei dem Kongress die Sowjetunion gelobt wurde, weil sie den
Völkermord anerkannt und der Schriftsteller Zrtisan im
Jahre 1985 in der Zeitung Pravda einen Artikel in diesem Thema
veröffentlichte hatte, wurde der US-Kongress kritisiert,
da sie den Gesetzesentwurf über den Völkermord nicht
durchsetzen konnte.