UMSIEDLUNG - FORSNET
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  24 APRIL 1915
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ANSICHTEN DER WISSENSCHAFTLER AUF DIE BEHAUPTUNGEN

Es gelang den Wissenschaftlern, die die Geschichte im Rahmen der Prinzipien und Kriterien der Geschichtswissenschaften bewerten und wahrnehmen, an die seit 1925 bis heute aufbewahrten originalen Dokumenten und Informationen zu gelangen. Sie hörten sich die Aussagen der noch lebenden Zeugen über die Tatsache an und führten persönlich vor Ort Untersuchungen. Diese Wissenschaftler wussten, dass die osmanischen Archive für ausländische Wissenschaftler zur Verfügung steht, und sie untersuchten die Dokumente selbst. So können nur diejenigen, die das Thema genau so gut kennen, wie diese Wissenschaftler können auf diese Meinung kommentieren. So trägt eine gemeinsame Deklaration von 69 amerikanischen Wissenschaftlern große Bedeutung, die dem US-Repräsentantenhaus vorgelegt wurde. Die Deklaration umfasst die folgenden Aussagen: (1)

"An die Mitglieder des amerikanischen Repräsentantenhauses,

Türkische und osmanische Forschungen, sowie amerikanische Akademiker, Spezialisten für den Raum Nahen- Osten, deren Unterschrift sie unten finden, vertreten die Meinung, dass die Formulierung der Resolution Nummer 192 des amerikanischen Repräsentantenhauses in mehreren Hinsichten irreführend oder falsch sind.

Wir unterstützen den Begriff "Nationaler Gedenktag des unmenschlichen Vorgehens", finden aber den folgenden Teil unannehmbar:

... 1,5 Millionen armenischstämmige Menschen, die Opfer des zwischen 1915 und 1923 in der Türkei begangenen Völkermordes sind...

Unsere Vorbehalte konzentrieren sich hauptsächlich auf die Benutzung der Wörter "Türkei" und "Völkermord" und können wie folgend zusammengefasst werden:

Das, heute Türkei oder besser gesagt als die Türkische Republik genannte Gebiet, war vom 14. Jahrhundert bis zum Jahre 1922 ein Teil des Osmanischen Reiches, das ein multireligiöser und multi-nationaler Staat war. Die Gleichstellung des Osmanischen Reiches mit der heutigen Türkischen Republik ist genau so falsch, wie die Gleichstellung des Habsburger Reiches mit der heutigen Republik Österreich. Das Osmanische Reich, das durch die, mit der Türkischen Revolution gegründeten heutigen Türkischen Republik im Jahre 1922 von der Geschichtsszene gelöscht worden ist, war ein Staat, zu der die Territorien und Völker von mehr als 25 heutigen Ländern in Südosteuropa, Nordafrika und im Nahen Osten gehörte. Die Türkische Republik ist nur einer dieser 25 Länder. Die Türkische Republik kann für keinen Vorfall für die osmanische Zeit verantwortlich gemacht werden. Doch wird es in der Resolution versucht, die Türkei für den "Völkermord" zwischen 1915 und 1923 verantwortlich zu machen.

Über die Beschuldigungen wegen ‚Völkermordes': keiner der Signatare dieser Erklärung will die Leiden der Armenier unterschätzen. Wir sind der Meinung, dass auch die Leiden der moslemischen Bevölkerung im selben Gebiet genau so bewertet werden müssen. Die bislang erlangten Dokumente zeigen, dass durch den Bürgerkrieg unter den Völkern (der Krieg zwischen moslemischen und christlichen Gruppen), den Seuchen während des ersten Weltkrieges, der Nahrungsmittelknappheit, der Massaker in und um Anatolien, sowie die Leiden, noch komplizierter wurden. Während der genannten Jahre, herrschte im Gebiet ständig Kriegszustand, der sich von der Tragödie in Libanon in den letzten zehn Jahren nicht unterschied. Sowohl die Moslems als auch die Christen haben große Verluste erlitten. Um aber zwischen Angreifer und Unschuldigen zu unterscheiden und um die Gründe der Vorfälle festzustellen, wobei das ostanatolische Volk ums Leben kam, darunter Moslems und Christen, müssen Historiker noch an mehrere Dokumente und Informationen gelangen.

Die Geschichte wird von Staatsmännern und Politikern gemacht und Wissenschaftler schreiben sie. Damit dieser Prozess fortgesetzt werden kann, müssen Wissenschaftler an die schriftlichen Dokumente der früheren Staatsmänner und Politiker rankommen. Bislang war ein Großteil der Archive von betreffenden Ländern, wie der Sowjetunion, Syrien, Bulgarien und der Türkei für Historiker nicht zugänglich. Solange wir nicht zu diesen Archiven gelangen, können wir die Geschichte des Osmanischen Reiches zwischen 1915 und 1923, die die Resolution Nummer 192 umfasst, nicht genau wissen.

Wir glauben daran, dass das US-Repräsentantenhaus in diesem und in ähnlichen historischen Themen die gänzliche Öffnung der Archive fordern und keine Beschuldigungen in historischen Themen aufstellen sollte, bevor die Vorfälle nicht gänzlich erleuchtet sind. Beschuldigungen, wie in der Resolution Nummer 192 des Repräsentantenhauses werden unvermeidbare Folgen haben, wie ein ungerechtes Urteil gegen das türkische Volk, sowie die Beeinträchtigung der Fortschritte, die die Historiker in jüngster Zeit beim Verstehen dieser tragischen Vorfälle zu verzeichnen begonnen haben.

Wie aus den oben genannten Kommentaren zu verstehen ist, ist die Geschichte der osmanischen Armenier ein oft unter Historikern diskutiertes Thema und die Mehrheit der Historiker schließt sich den Äußerungen in der Resolution Nummer 192 nicht an. Eine Zustimmung des amerikanischen Kongress zum Beschluss wird eine Versuchung sein, gesetzlich über die richtige Seite eines historischen Problems zu entscheiden. Ein, auf verdächtigen historischen Vermutungen beruhender solcher Beschluss wird der aufrichtigen historischen Forschung, sowie der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Legislative schaden. 19. Mai 1985"

Prof. Dr. Rifaat Abou-El-Haj

Abteilung Geschichte, Universität California State

Doz. Sarah Moment Atis

Türkische Sprache und Literatur, Universität W'isconsin

Doz. Darl Barbir

Geschichte, Hochschule Siena (New- York)

Ilhan BASGÖZ

Ural-Altai Studienabteilung, Programmleiter der türkischen Untersuchungen, Universität Indiana

Prof. Daniel G. Hates

Anthropologie, Universität New- York City

Prof. Ülkü Bates

Kunstgeschichte, Universität New- York City

Prof. Gustav Bayerle

Ural-Altai Studien, Universität Indiana

Prof. Andreas G. E. Bodroglifetti

Türkische und Persische Sprachen, Universität California

Doz. Kathleen Burrýl

Türkische Studien, Universität Columbia

Prof. Alan Fisher

Geschichte, Universität Michigan

Prof. Timothy Childs

Lehrkraft, Universität Johns Hopkins

Prof. Shafiga Daulet

Politikwissenschaften, Universität Connecticut

Prof. Roderic Davison

Geschichte, Universität Gorge Washington

Ord. Prof. Walter Denny

Kunstgeschichte und Studien des Nahen Ostens, Universität Massachussets

Dr. Alan Duben

Anthropologe, Forscher, New- York

Doz. Ellen Ervin

Türkische Studien, Universität New- York

Prof. Caesar Farah

Islamische und Nahost Geschichte, Universität Minnesota

Prof. Carter Findley

Geschichte, Ohio State- Universität

Prof. Micfiael Finefrock

Geschichte, Charleston Hochschule

Doz. William Hickman

Türkisch, California Berkeley Universität

E. Doz. Frederick Latimer

Geschichte, Universität Utah

Prof. John Hymes

Geschichte, Glenville State-Hochschule

Dr. Heath W. Lowry

Türkisches Forschungsinstitut, Inc. Washington D.C.

Prof. Halil Inalcik

Osmanische Geschichte, Mitglied der amerikanischen Kunst- und Wissenschaftsakademie, Universität Chicago

Doz. Ralph Jaeckel

Türkisch, California Universität

Doz. Ronald Jennings

Studien Geschichte & Asien, Universität Illinois

Doz. Cornell Fleischer

Geschichte, Universität Washington,

Prof. Peter Golden

Geschichte, Universität Rutgers

Prof. Tom Goodrich

Geschichte, Universität Indiana

Dr. Andrew Could

Osmanische Geschichte, Arizona, Flagstaff

Prof. William Griswold

Geschichte, Colorado State Universität

Prof. Tibor Halasi-Kuv

Türkische Studien, Colombia Uni-Professor

Ord. Prof. J. C. Hurewitz

Ehe. Direktor des Nahostinstitutes, Universität Colombia

Prof. Avgdorlevy

Geschichte, Universität Brandens

Prof. Bernard Lewis

Geschichte des Nahen Ostens, Universität Princeton

Doz. Justin McCarthy

Geschichte, Universität Louisville

Prof. Jon Mandaville

Geschichte Nahost, Portlant State Universität

Prof. Michael Meeker

Anthropologie, Universität California

Doz. James Kelly

Türkisch, Universität Utah

Prof.Asistent Kerim Bey

Universität Southeastem

Prof. Metin Kunt

Osmanische Geschichte, New- York

Doz. William Ochsenwald

Geschichte, Virginia Polytechnic Institut

Doz. Robert Olson

Geschichte, Universität Kentucky

Doz. William Peachy

Jüdische und Nahost- Sprachen & Literaturen, Ohio State Universität

Doz. Donald Quataert

Geschichte, Universität Hauston

Prof. Howard Reed

Geschichte, Universität Connecticut

Prof. Dank Wart Rustow

Politikwissenschaften, New- York Stadt- Universität

Doz. Ezel Kural Shaw

Geschichte, Universität California

Prof. John Masson Simth, JR

Geschichte, California Berkely- Universität

Dr. Svat Soucek

Türkologe, New- York

Dr. Philip Soddard

Direktor Nahost Institut, Washington, D.C.

Prof. Frank Tachau

Politikwissenschaft, Chicago, Universität Illinois

Robert Staab

Vizedirektor der Nahost Zentrale, Universität Utah

Prof. Rhoads Murphey

Nahost Sprachen, Kulturen und Geschichte, Universität Columbia

Doz. June Starr

Anthropologie, Suny Stony Brook

Prof. James Stewart-Robinson

Türkische Studien, Universität Michigan

Prof. Thomas Naff

Geschichte, Direktor des Nahost- Studieninstituts, Universität Pennsytvania

Doz. John Woods

Nahost Geschichte, Universität Chicago

Prof. Pierre Oberling

Geschichte, New- York Stadt- Universität

Doz. Madeline Zilfi

Geschichte, Universität Maryland

Prof. Metin Tamkoc

Internationales Recht, Texas Tech. Universität

Prof. Stanford Shaw

Geschichte, Universität California

Dr. Elaine Simth

Türkische Geschichte, Pensionierter Botschafter

Doz. David Thomas

Geschichte, Rhode Islandhochschule

Doz. Grace M. Simth

Geschichte, California Berkely Universität

Doz. Margaret L. Venzke

Geschichte, Hochschule Dickinson (Pennsylvania)

E. Prof. Donald Webster

Türkische Geschichte

Prof. Walter Weiker

Politikwissenschaften, Universität Rutgers

Prof. Warren S. Walker

Archivdirektor der Kurzgeschichten im Englischen und im Türkischen, Texas Tech. Universität

Die Türkei richtete zu verschiedenen Zeitpunkten Appelle, um die von europäischen Staaten und Russland unterstützten armenischen Behauptungen, sowie die von Armeniern unterbreiteten angeblichen Dokumente nach ihrer Richtigkeit zu überprüfen. Diese Appelle wurden, sowohl direkt an armenische Wissenschaftler, als auch an die Personen, welche die Propaganda für die Armenier übernommen hatten, gerichtet. Es ist aber bekannt, dass ein Großteil von ihnen ohne Entschuldigung an den betreffenden Konferenzen nicht teilgenommen hat. Das jüngste Beispiel bildete der XI. Kongress für türkische Geschichte.

Beim XI. Kongress für türkische Sprache wurde zum ersten Mal eine "armenische Sektion" geplant. Zu den Diskussionen unter diesem Motto wurden unter anderem ausländische Historiker eingeladen, die sich für "die Sache der Armenier" einsetzen. Doch keiner von ihnen nahm teil.

An dem XI. Kongress für türkische Sprache, der zwischen dem 5. und 9. September 1990 in Ankara stattfand, wurden im Zusammenhang mit der Armenier- Frage folgende ausländischen Wissenschaftler eingeladen.

Prof. Dr. Heath LOWRY (hat teilgenommen)Garin ZEDLIAN (keine Antwort)

Prof. Dr. Bernard LEWIS (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Justin McCARTHY (hat teilgenommen) Prof. Dr. Stanford SHAW (hat teilgenommen) Prof. Dr. Anthony BRYER (keine Antwort) Dr. Andrew MANGO (hat teilgenommen) Prof. Dr. Salahi R. SONYEL (hat teilgenommen) Prof. Dr. M.MARMURA (keine Antwort) Prof. Dr. Allan CUNNIGHAM (keine Antwort) Prof. Dr. Robert ANCIAUX (hat teilgenommen) Prof. Dr. Aryeh SHMUELEVITZ (hat teilgenommen) Prof. Dr. Jak YAKAR (hat teilgenommen) Prof. Dr. Hans G. MAJER (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Wolf Dietrich HUTTEROTH (keine Antwort) Prof. Dr. Klaus KREISER (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Jean-Paul ROUX (keine Antwort) Prof. Dr. Paul DUMONT (hat teilgenommen) Prof. Dr. Robert MANTRAN (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. RichardHOVANNISIAN (keine Antwort) Dr. Gerard LIBARDIAN (keine Antwort) Dr. Levon MARASHLIAN (hat teilgenommen) Prof. Dr. Vahakn DADRIAN (keine Antwort) Christopher WALKER (konnte sich nicht beteiligen) Anahid Ter MIMASSIAN (konnte sich nicht beteiligen) Tessa HOFFMAN (keine Antwort)

Quelle:

Yildirim, Hüsamettin: Ermeni Iddialari ve Gercekler Ankara, 2000

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